Wohnen ist ein Menschenrecht!

Wind, Regen und Kälte – Keiner mag sich gern länger als nötig draußen aufhalten. Für die Menschen, die heute kein Dach über dem Kopf haben, ist es ein täglicher Überlebenskampf. Bei Regen werden sie nass und Möglichkeiten, die Kleidung oder den Schlafsack zu trocknen, fehlen. Bei Kälte frieren sie, können keine heiße Dusche nehmen oder die Heizung hochstellen. Obdachlose sind nicht nur ungeschützt dem Wetter ausgesetzt, auch gewalttätigen Übergriffen sind sie schutzlos ausgeliefert.
Eine Wohnung bietet aber noch viel mehr als Schutz vor Wetter und Gefahr – sie bietet vor allem Privatsphäre, Rückzugsmöglichkeit und Ruhe.
Obdachlosigkeit ist gerade in Großstädten wie Hamburg nicht nur ein ungelöstes Problem, sondern auch eines der falschen Politik. Die Gewöhnung an die Verelendung auf der Straße, die Verwahrung von obdachlosen Menschen in Massenunterkünften und ihre Verdrängung aus dem Stadtbild durch defensive Architektur oder direkter Vertreibung ist keine adäquate Lösung, um obdachlosen Menschen zu helfen.
Die Corona-Pandemie verschärft diese Situation, denn durch Verdienstausfälle oder Jobverlust geraten immer mehr Menschen in finanzielle Schwierigkeiten und der Verlust des Wohnraums schwebt wie ein Damoklesschwert über ihnen.
Wir müssen in dieser Stadt mehr tun, als Menschen zu verwahren oder Zäune zu ziehen. Die Aufgabe der Politik ist es, statt mit schönen Worten und ungenügenden Unterkünften die unwürdige Situation von obdachlosen Menschen endlich zu beenden.
Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Die Stadt Hamburg steht in der Pflicht, es umzusetzen und seine Verantwortlichkeiten nicht mehr an andere Träger zu delegieren.

Guten Rutsch und ein gesundes 2022!

Wir danken allen Freunden, Spendern, Interessierten und Förderern für Eure großartige Unterstützung.Tausend Dank, dass es Euch gibt.
Für Euch alle einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr. Möge das neue Jahr für all die Menschen auf der Straße durch eine andere Obdachlosenpolitik viele positive Überraschungen bieten, das ist unser Neujahrswunsch!
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Unser Jahresrückblick 2021

Liebe Interessenten, Förderer, Unterstützer und Freunde von Leben im Abseits,
ein weiteres Jahr, welches mit der Pandemie behaftet ist und für uns alle Alltägliches zu etwas ganz Besonderem gemacht hat, neigt sich dem Ende. Wir ziehen kurz vor dem Jahreswechsel ein Resümee und lenken den Blick auf die Dinge, die uns in diesem Jahr beschäftigt und bewegt haben.
Gleich zu Beginn des Jahres konnten wir uns mit einer obdachlosen Frau über ihr neues Zuhause freuen. Noch am Silvestermorgen bekam sie ihren Schlüssel für ihre eigene Wohnung. Zu Ende, das Übernachten im Zelt und endlich wieder einen eigenen Wohnungsschlüssel.
Durch Ihre Unterstützung und der vieler anderer Förderer und Sponsoren, der Empathie und dem Engagement von Freunden und Interessierten und der großen Spendenbereitschaft konnten wir nicht nur die Versorgung der Menschen mit Geld und Lebensmittelgutscheinen auf der Straße sicherstellen, sondern ebenfalls einige Menschen in eine Unterkunft mit Einzelzimmern unterbringen und diese bis zum Ende April 2021 auch finanzieren. Einen ganz großen Dank dafür, auch im Namen der obdachlosen Menschen.
Generell können wir sagen, dass die Solidarität und die Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung immens waren. Leider können wir dieses von der Sozialbehörde und der Stadt Hamburg nicht sagen. Trotz Mahnwachen, offener Briefe, diverser Kundgebungen u. v. m. gab es keinerlei Änderungen im Winternotprogramm. Trotz Kälte und einem geschwächten Allgemeinzustand der obdachlosen Menschen blieb die Stadt Hamburg bei ihren Massenunterkünften.
Mehr als 13 Menschen fanden im Winter 2020/2021 den Tod auf Hamburgs Straßen und machten so die Stadt Hamburg zum Vorreiter unter den großen Städten in Deutschland. Eine sehr traurige Bilanz und ein Armutszeugnis für eine der reichsten Städte Deutschlands.
Aufgrund der Pandemie mussten wir alle Veranstaltungen unserer Reihe „Hamburger Dialoge über Obdachlosigkeit“ sowie unsere neue Reihe „Armes, reiches Hamburg – Eine Stadt voller sozialer Kontraste“ absagen. Seit diesem Oktober konnten wir aber wieder mit beiden Veranstaltungen an den Start gehen.
Bildungsprojekte an Schulen waren bis zur Jahresmitte nur im Online-Format möglich. Ende September konnten wir endlich wieder „live“ Projekttage durchführen. Die Bildungsprojekte liegen uns sehr am Herzen, denn Jugendliche sind die Zukunft und hier gilt es frühzeitig zu sensibilisieren, damit ein Umdenken zum Thema Armut und Bedürftigkeit erreicht werden kann.
Gemeinsam mit unserem Netzwerkpartner, Johan Graßhoff, Straßensozialarbeiter Diakonie Hamburg, haben wir mit politischen Vertretern des Bezirksamts Mitte Gespräche über die Obdachlosenproblematik in Hamburg geführt. Ein Thema dabei waren gebührenfreie Ausweise für obdachlose Menschen, denn nur mit einem gültigen Personalausweis können weitere Leistungen beantragt werden. Beschlossen wurde, dass ab dem 1. Mai in einem Pilotprojekt im Bezirksamt Mitte gebührenfreie Ausweise für obdachlose Menschen ausgegeben werden. Ein Housing First Pilotprojekt ist nun ebenfalls in Planung.
 
Glücklich und dankbar sind wir darüber, dass wir ab dem 1. Mai mit Unterstützung großzügiger Spender*innen und Förderer*innen unser neues Projekt „Der Schritt Vorwärts – Ein Weg aus dem Abseits“ starten konnten. Das Projekt organisiert und finanziert die Einzelunterbringung sowie Betreuung obdachloser Menschen für einen Übergangszeitraum in Einzelzimmern im Hotel Schanzenstern Altona. Diese Zeit wird genutzt, um mit Sozialarbeitern aus unserem Netzwerk und den Teilnehmern eine Zukunftsperspektive aufzubauen. Die Vermittlung von Wohnraum ist dabei ein Hauptbestandteil dieser Bestrebung. Das Projekt ist auf unbegrenzte Zeit, also dauerhaft, ausgelegt, da die Tendenz der Armut derzeit steigend ist und ein Ende der Problematik nicht in Aussicht ist. Seit Projektbeginn konnten in relativ kurzer Zeit bereits Menschen in Wohnraum vermittelt werden.
Im Sommer waren unsere Tage während der Hitzeperiode ebenfalls wieder sehr lang. In den frühen Morgenstunden und am Abend haben wir Wasserflaschen und Sonnenschutzmittel an obdachlose Menschen verteilt. Nicht nur die Kälte ist lebensgefährlich für die Menschen auf der Straße, auch die Sonne setzt ihnen immens zu und Dehydrierung, Sonnenbrände oder auch Sonnenstiche sind keine Seltenheit.
Vielen obdachlosen Menschen haben wir auch in diesem Jahr finanziell bei der Beschaffung von Ausweispapieren, Fahrkarten etc. unter die Arme greifen können. Täglich sind wir auf der Straße unterwegs, um nach den obdachlosen Menschen zu schauen, sie ggf. an andere Einrichtungen zu vermitteln oder mit ihnen und erfahrenen Sozialarbeitern den Weg zurück ins Regelsystem zu planen. Auffällig hierbei ist, dass die Menschen auf der Straße stark an Gewicht verloren haben und insgesamt „hinfällig“ werden. Es fehlen die Rückzugsorte in den Tagesstätten und anderen Einrichtungen. Es belastet uns sehr, die Menschen in ihrem geschwächten Zustand auf der Straße zu sehen und zu wissen, dass die kalten und nassen Tage jetzt beginnen werden.
Dieser Winter wird uns alle vor große Herausforderungen stellen, für obdachlose Menschen aber ist dieser Winter noch lebensgefährlicher. Die Stadt Hamburg bleibt, unverständlich für uns, bei der Unterbringung in Massenunterkünften. Lediglich der Standort ändert sich. Noch weiter entfernt von der Innenstadt und „idyllisch“ an der Autobahn – so ist die neue Massenunterkunft des diesjährigen Winternotprogramms. Paradigmenwechsel oder gar eine humane Obdachlosenpolitik bleiben unser Wunschdenken.
Um die Sozialbehörde Hamburg zu einer anderen Wohnungslosenpolitik aufzufordern, suchen wir aber weiter die Gespräche mit den politischen Vertretern in Bezirksversammlungen und Bürgerschaft. Unser Ziel ist es, gemeinsame Anträge und Konzepte an den Hamburger Senat zu verfassen sowie die Öffentlichkeit über die prekären Verhältnisse in der Obdachlosenproblematik aufmerksam zu machen und um Unterstützung für einen erforderlichen Paradigmenwechsel zu bitten.
Bis es aber so weit ist, werden wir täglich auf der Straße sein, um mit Kleidung, Nahrung, finanziellen Mitteln und vor allem mit Zuhören versuchen, den Menschen auf der Straße ein wenig Wärme zu geben. Ihnen allen sagen wir nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung in Form von Spenden, Worten und Sachmitteln dabei. Es ist wunderbar, Sie alle bei dieser wichtigen Arbeit dabei zu haben. Danke schön, für Ihre große emphatische und finanzielle Hilfe, für Ihr Engagement sowie Ihr anhaltendes Interesse an unserer Arbeit. Wir hoffen, Sie bleiben auch im kommenden Jahr an unserer Seite.
 
Jetzt wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie erstmal einen guten Rutsch sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2022.
 
Das Team von Leben im Abseits e. V.

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Tolle News vom Projekt "Der Schritt Vorwärts - Ein Weg aus dem Abseits"

Es hat sich wieder etwas getan. Zwei weitere Teilnehmer sind ausgezogen. Sie konnten an öffentliche Unterkünfte vermittelt werden.
Wir freuen uns auch schon zwei neue Bewohner im Projekt begrüßen zu dürfen: "Herzlich willkommen!"
Ein stetiger Wechsel im Projekt ist Bestandteil des Konzepts. Die Unterbringung im Hotel ist nicht als Dauerlösung gedacht, sondern als „erster Schritt“ auf dem Weg zurück ins Regelsystem. Wie lange dieser Schritt dauert und wie der Weg danach aussieht, ist bei jedem Teilnehmer unterschiedlich. Uns ist dabei aber wichtig, dass sie diesen Weg selbst gestalten und die Sozialarbeiter sie dabei unterstützen und nicht bevormunden.
Es hat sich in den letzten Monaten bestätigt, dass diese Hilfe auch nachhaltig ist und eine Rückkehr auf die Straße verhindert wurde.
Wir sind dankbar, dass wir zwei weiteren Menschen diesen Winter, einen warmen Rückzugsort und die Aussicht auf eine bessere Zukunft bieten können.
All das ist nur dank eurer Unterstützung möglich!🥰

Danke schön für einen wunderbaren Talk-Abend!

Es war gestern ein toller Abend im Lichtwarksaal der Toepfer-Stiftung, mit einem spannenden Talk zum Thema "Menschen ohne Krankenversicherung".
Ein großes Danke an das Publikum! Wir freuen uns über das rege Interesse und die vielen Fragen.
Und zum Schluss ein besonderes Dankeschön an die beiden Referenten Professor Ostendorf von der Praxis ohne Grenzen und Sören Kindt von der Krankenstube für Obdachlose.
Wir freuen uns sehr auf die nächsten Veranstaltungen am 19.11.(https://fb.me/e/lVaQDgKmm) und 10.12.(https://fb.me/e/1E6arIRPL)

Neuigkeiten vom Projekt „Der Schritt Vorwärts – Ein Weg aus dem Abseits“

Wir haben wieder frohe Neuigkeiten aus unserem Projekt "Der Schritt Vorwärts - Ein Weg aus dem Abseits":
Letzte Woche wurde erneut ein Zimmer frei. Das dort lebende Paar konnte eine eigene Wohnung beziehen. Wir freuen uns mit ihnen und nun steht auch ein neuer Einzug kurz bevor. Besonders bei dieser Kälte ist es einfach schön, einem Menschen einen Schlüssel für ein eigenes warmes Zimmer in die Hand geben zu können. Vielen lieben Dank an all unsere Unterstützer, die dies ermöglichen.
In den letzten 6 Monaten sind somit 6 Menschen in Wohnraum vermittelt worden, für uns ein eindeutiges Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Der erste Hamburger Dialoge über Obdachlosigkeit - Abend!

Wir sagen ganz herzlichen Dank für einen sehr interessanten Hamburger Dialogabend über Obdachlosigkeit mit dem Schwerpunktthema: "Obdachlose Frauen - unauffällig und besonders gefährdet".

 

Danke schön an ein total interessiertes Publikium, Danke schön an unsere Stammgäste, Danke schön an Andrea Hniopek für einen, wie immer, sehr spannenden Vortrag, der uns immer wieder nachdenklich werden lässt. Vielen Dank Euch allen☺

Der Plan der Hamburger Sozialbehörde für diesen Winter wurde gestern bekannt gegeben.

Auf ein Wunder kann man immer hoffen – diesmal leider wieder vergebens. Wir hatten es befürchtet, es ändert sich absolut gar nichts. Ein Standort wird geschlossen, ein neuer geöffnet, aber Massenunterkunft bleibt Massenunterkunft.
Morgens werden die Menschen rausgeworfen und dürfen den Tag auf der Straße frieren. Abends werden sie dann in vollen Bussen zum neuen Standort, jetzt sogar noch am Stadtrand neben der Autobahn, gekarrt. Getreu dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn.
Wenn so viele Menschen an einem Ort zusammenkommen, sind Probleme natürlich vorprogrammiert, das weiß jeder Fußballfan.
Da ist es auch keine große Überraschung, dass ca. 700.000€ monatlich für Security draufgehen.
Die Frage ist: Was bleibt dann noch für die Menschen übrig?
Neue Konzepte? In Hamburg Fehlanzeige! Dass dieses Jahr endlich, wie schon seit Beginn der Pandemie versprochen, wirklich eine lockere Belegung in den Zimmern realisiert werden soll, ist da wirklich ein Hohn.
Wir haben es die letzten Jahre doch gezeigt, eine dezentrale Unterbringung in Einzelzimmern funktioniert. Und welch ein Wunder, Security hat keinen Cent gekostet.
Diesen Winter wird es wieder leere Hotelzimmer in unserer Stadt geben und anstatt eine sinnvolle Lösung für alle zu finden, werden die Menschen wieder zusammengepfercht oder erfrieren auf der Straße.
Wir verstehen es nicht, können es leider aber nicht ändern. Uns bleibt nichts anderes übrig, als wieder gemeinsam aktiv zu werden.

Danke schön für einen sehr interessanten Dialogabend!

Gestern Abend fand der erste Teil unserer neuen Veranstaltungsreihe "Armes, reiches Hamburg - Eine Stadt voller sozialer Kontraste" statt. Der Tenor gestern Abend lautete: Eine Wohnung ist nicht alles - Aber ohne eine Wohnung ist alles nichts!
Johan Graßhoff, Straßensozialarbeiter der Diakonie, stellte das Konzept "Housing First" vor. Dieses Konzept bedeutet einen bedingungslosen Erhalt von Wohnraum mit eigenem Mietvertrag.
Wir bedanken uns ganz herzlich für einen sehr schönen Abend mit einem sehr interessierten Publikum.
Teil Zwei unserer Veranstaltungsreihe findet am 4. November 2021 um 19 Uhr im Lichtwarksaal der Carl-Toepfer-Stiftung zum Thema "Warum gibt es so viele Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland?"

Neuigkeiten vom Projekt „Der Schritt Vorwärts – Ein Weg aus dem Abseits“

Heute gibt es sehr schöne Neuigkeiten vom Projekt „Der Schritt Vorwärts – Ein Weg aus dem Abseits“:
Letzte Woche haben wir einen weiteren Gast verabschiedet, nachdem er in seine eigene Wohnung ziehen konnte und vorgestern ist bereits ein neuer Gast im Hotel eingezogen.
Es hat sich die letzten Monate wieder gezeigt, wie wichtig diese Übergangszeit im Projekt für einen Weg aus dem Abseits ist. Die Kraft, die benötigt wird, um alle Hürden zu bewältigen, die bis zu einer eigenen Wohnung und Rückkehr ins Regelsystem vor einem stehen, ist immens.
Dieses simple Konzept wirkt und gibt den Anstoß für ein neues Leben abseits der Straße. Leider fehlt es von behördlicher Seite in solchen Fällen an Hilfe, oftmals werden einem dort sogar zusätzliche Steine in den Weg gelegt.
Eine Reform des Systems ist in unseren Augen überfällig und wir hoffen hier der Politik zu zeigen, dass nachhaltige Hilfe mit einfachen Mitteln machbar ist.
Bis dahin freuen wir uns, dass ein weiterer Mensch eine Chance auf einen Neustart ins Leben bekommen hat. Wir sind Euch unsagbar dankbar dafür, dass wir dieses Projekt ins Leben rufen konnten.

Altersarmut - Eine sukzessiv steigende Problematik

Es gibt viele Gründe, warum zunehmend auch ältere Menschen obdachlos werden. 9,3 Millionen Rentner in Deutschland sind von Armut betroffen – und jede zweite Rente liegt unter 900,-€.
Steigende Mieten und Überforderung mit Vertragsangelegenheiten sind nur ein paar von vielen Gründen, warum Menschen im hohen Alter auf der Straße "landen" können. Eines ist aber sicher: NIEMAND kann sagen, das passiert mir nicht und NIEMAND ist freiwillig auf der Straße.
Ein Gastbeitrag hierzu von uns findet ihr unter Seniorenbedarf. Vielen Dank für die Veröffentlichung.

Gebührenfreie Ausweise für obdachlose Menschen ab 1. Mai 2021

Im vergangenen Jahr haben wir, gemeinsam mit Johan Graßhoff, Straßensozialarbeiter Diakonie Hamburg, mit politischen Vertretern des Bezirksamts Mitte Gespräche über die Obdachlosenproblematik in Hamburg geführt.
Ein Thema waren gebührenfreie Ausweise für obdachlose Menschen. Nur mit einem gültigen Personalausweis können weitere Leistungen beantragt werden und die Kosten hierfür sind von Obdachlosen kaum aufzubringen. Das Thema wurde im Ausschuss für Sozialraumentwicklung aufgenommen und im Dezember wurde die Ausstellung von gebührenfreien Ausweisen beschlossen.
Ab 1. Mai läuft im Bezirksamt Mitte ein Pilotprojekt und die Ausweise werden für obdachlose Menschen kostenlos ausgestellt!
Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Schritt!
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„Politik ist nicht nur Denksport, sondern Politik ist auch Handeln“, Helmut Schmidt

Obdachlose Menschen trifft die Coronakrise besonders hart und das nicht nur im Winter. Weder die Länder noch die Bundesregierung scheinen jedoch darüber ausreichend informiert zu sein.
Seit Beginn der Pandemie ist der Alltag obdachloser Menschen noch schwerer geworden. Nicht nur die Ansteckungsgefahr lässt sie allein auf der Straße zurück. Für sie fallen auch ihre Einnahmequellen, wie z. B. das Pfandflaschensammeln oder das erbetteln von Kleingeld auf der Straße nahezu weg. Was sie jedoch sehr hart getroffen hat, sind die Schließungen bzw. fehlenden Möglichkeiten von Tagesstätten und anderen Treffpunkten, in denen sie Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe gefunden haben.
Dabei zählen obdachlose Menschen aufgrund von Vorerkrankungen zur Hochrisikogruppe. Massenunterkünfte wie z. B. das Winternotprogramm oder andere Notunterkünfte werden von vielen generell aus den unterschiedlichsten, verständlichen Gründen abgelehnt. In Zeiten der Corona Pandemie vermehrt, denn es ist schwer, die Ansteckungsgefahr in diesen Massenunterkünften zu minimieren.
Die Gesellschaft hat, anders als Regierung, Hamburger Senat und Sozialbehörde Hamburg, seit Beginn der Pandemie Solidarität gezeigt. Mit Spenden aus Wirtschaft, Vereinen und Privatpersonen konnten z. B. viele obdachlose Menschen in Einzelunterkünften untergebracht werden, Sozialberatung und Versorgung inklusive.
Im Hinblick auf die sukzessiv steigenden Zahlen von Armut, Bedürftigkeit und Obdachlosigkeit in der Bevölkerung sollte die Bunderegierung wie auch die Länder den Fokus auf genau diese Gruppen legen. Es ist fünf nach zwölf für einen Paradigmenwechsel in der Obdachlosenpolitik, Bundesregierung und Länder sollten anfangen, auf die „wahren Experten“ zu hören. Vielleicht lassen sich Probleme anders bearbeiten und lösen, wenn darauf gehört wird, was sich obdachlose Menschen eigentlich wünschen und dringend benötigen?
Zuhören und Handeln – einfach „Machen“!
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Solidarität bedeutet Verantwortung

Die Sozialbehörde lobt die Solidarität und Mitmenschlichkeit in Hamburg.

ABER: Solidarität bedeutet Verantwortung und diese trägt die Sozialbehörde nicht ausreichend!

 

Obdachlose haben immer noch viel zu wenig Schutz in der Corona Krise. Die Hotels in den Städten sind verwaist. Diese für die Schutzlosen zu öffnen, wäre verantwortungsvolles Handeln.


Die Städte müssen sich dringend um dieses Problem kümmern, JETZT!

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Offener Brief an die Bundesregierung - Obdachlose Menschen in der Corona Krise

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister,
Sehr geehrte Ministerpräsident*innen der Länder,
um die Ausbreitung des Covid-19 Virus zu verlangsamen, müssen wir als Gesellschaft gemeinsam agieren und uns so verhalten, dass Übertragungen vermieden werden. Verhaltensmaßnahmen dazu wurden von Ihnen festgelegt und diese gilt es selbstverständlich zu befolgen.
Obdachlose Menschen in allen Städten Deutschland gehören ebenfalls zur Gesellschaft und zählen aufgrund ihres schwachen Immunsystems durch das Leben auf der Straße zu den Risikogruppen.
Viele Einrichtungen in der Obdachlosenhilfe, die hauptsächlich ehrenamtlich und/oder mit einer großen Anzahl von ehrenamtlichen Helfern tätig sind, haben stark eingeschränkten Betrieb.
Das bedeutet, dass eine Grundversorgung nur noch sporadisch möglich ist und die Nutzung von sanitären Einrichtungen derzeit kaum noch gegeben ist.
Viele der Maßnahmen, die sich an die allgemeine Bevölkerung richten - Selbstisolierung, erhöhte Hygiene, Zuhause bleiben, strikte soziale Distanzierung - sind keine realistische Perspektive für Menschen, die obdachlos oder wohnungslos sind. Um die höchstansteckende Verbreitung der Pandemie eindämmen zu können, brauchen
obdachlose Menschen einen geschützten Raum, Nahrung und einen Zugang zu Sanitäranlagen.
 
Einige Menschen, ehrenamtlich oder professionell, leisten seit letzter Woche Unglaubliches. Polizisten und Straßensozialarbeiter sind auf den Straßen unterwegs und versuchen, obdachlose Menschen mit Ansprache und/oder mit Lunchpaketen zu unterstützen. Sie alle erleben die Ängste und auch die Hilflosigkeit der obdachlosen Menschen und können nur zuhören, nicht helfen. Eine sehr belastende Situation.
Unsicherheit besteht auch seitens der Polizeibehörde wie in Interviews von Polizeisprechern deutlich wurde. Allgemeinverfügungen zur Eindämmung des Coronavirus werden kurzfristig für bestimmte Personengruppen / Einrichtungen geändert, so, dass für obdachlose Menschen erneut keinerlei Aussicht auf eine Änderung der prekären Situation besteht.
Entgegen der absolut notwendigen und lebensrettenden Beschränkungen der allgemeinen Bevölkerung werden hier Allgemeinverfügungen für „Randgruppen“, die mit einem bereits geschwächten Immunsystem in einer prekären Lebenssituation leben, außer Kraft gesetzt und Gruppenzusammenkünfte u. a. auch in Einrichtungen und Hilfsgruppen, die überwiegend mit ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt sind, ermöglicht.
Alle Menschen, die hier zusammentreffen würden, sind dann unkontrollierbare Multiplikatoren des Corona Virus.
Kann so wirklich Hilfeleistung seitens der Behörde aussehen und ist das Eingehen eines derartig hohen Risikos wirklich gewollt?
In anderen Ländern Europas wird zumindest versucht, Hilfe zu leisten. In London werden hunderte Obdachlose in Hotels untergebracht, um sie vor dem Corona Virus zu schützen. Ca. 300 Zimmer in zwei Hotels werden dafür zur Verfügung gestellt und zunächst auf die kommenden zwölf Wochen befristet. "Wir müssen alles Mögliche tun, um die Gesundheit aller zu schützen - nicht zuletzt die der Londoner, die jede Nacht unter rauesten Bedingungen auf den Straßen der Hauptstadt schlafen", so Londons Bürgermeister Sadiq Khan.
Allgemeinverfügungen sollten für alle Menschen in Deutschland gelten. Zu den Menschenrechten gehört ein Mindestmaß an Lebensunterhalt und Schutz. Es ist der Auftrag von Staat und Politik, für alle Menschen gleiche Rechte, gleiche Zugänge und gleichen Schutz sicherzustellen und das nicht nur in Krisenzeiten.
 
Obdachlose Menschen benötigen JETZT Schutz durch sofortige dezentrale Unterbringung und Versorgung. Dazu könnte die Unterbringung in Hotelzimmern gehören, die bedingungslose medizinische und pflegerische Versorgung, sowie bei der Unterbringung in Notunterkünften und Heimen die Zimmer nur noch zur Einzelnutzung vergeben werden dürfen. In Hamburg und anderen Städten, in denen es bereits ein Winternotprogramm gibt, wäre eine ganztägige Öffnung des Winternotprogramms sowie eine Weiterführung des Winternotprogramms inklusive der Containerunterbringung angezeigt.
 
Der Verein Leben im Abseits e. V. wurde gegründet, um Behörden und Öffentlichkeit über das unakzeptable und menschenunwürdige Leben auf der Straße aufzuklären sowie die Einsicht zu fördern, dass obdachlose Menschen einen Anspruch darauf haben, mit Würde, Respekt und Anstand behandelt zu werden.
Die Bevölkerung konnten wir bisher sehr gut erreichen, was derzeitige Anfragen nach Unterstützungsmöglichkeiten und Spendenangeboten an uns zeigt.
 
Bitte zeigen SIE alle, dass Sie den obdachlosen Menschen Gleiches Recht für Alle zukommen lassen!
 
Sie sind die Vertreter von Staat und Politik und haben nicht nur die Kompetenz, sondern auch die Macht, bundesweite Regelungen zu beschließen.
 
Lassen Sie die obdachlosen Menschen nicht allein!
 
 
Hamburg, den 25.03.2020
 
Leben im Abseits e. V.
 
 
 
Susanne Groth               Doris Glass              Christian Eckhoff
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St. Pauli sind wir alle!

Es war am 13. November ein sehr schöner Nachmittag unter dem Motto "St. Pauli sind wir alle" im Millerntorstadion. Ganz herzlichen Dank dem Team vom FC St. Pauli und Natascha Clasen, die diese schöne Veranstaltung ausgerichtet haben.

 

Zwischen Menschen vom Kiez sowie Einrichtungen der Obdachlosenhilfe und dem Team des FC St. Pauli haben sich viele interessante Begegnungen ergeben.


Eine Besucherin hat uns 20 Schlafsäcke und Isomatten mitgebracht, die wir noch vor Ort an das Team des Kältebusses der Alimaus weitergeben konnten. Liebe Petra, herzlichen Dank dafür.

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Preisträger des Annemarie-Dose-Preises

Gestern wurde zum ersten Mal vom Senat der Stadt Hamburg der Annemarie-Dose-Preis für innovatives Engagement verleihen.

 

Wir sind einer der drei Preisträger und sind wahnsinnig stolz und unendlich glücklich, einen Preis mit dem Namen einer engagierten und empathischen wundervollen Frau tragen zu dürfen.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Jury, Frau Dr. Melanie Leonhardt und bei dem Präsidenten der Handwerkskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann für eine beeindruckende und berührende Laudatio. Vielen lieben Dank für diese Würdigung.

 

https://www.hamburg.de/annemarie-dose-preis/

 

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betterplace Fotowettbewerb Weltfrauentag

Die Spendenplattform betterplace führt zum Weltfrauentag einen Fotowettbewerb durch. Vorgeschlagen wurden Frauen, die "Bewegendes" leisten.

Vereinskollegen von Leben im Abseits e. V. haben dafür Susanne Groth vorgeschlagen. Bitte teilt und liked unser Projekt auf Facebook!!!

Name, Alter und Wohnort der portraitierten Frau

Susanne Groth, 55 Jahre alt. Wohnhaft in Holm, Kreis Pinneberg.

Wo und wie ist sie uns begegnet?

Susanne hat 2016 ehrenamtlich einen Bildband über obdachlose und bedürftige Menschen in Hamburg St. Pauli erstellt. Die Erlöse aus dem Verkauf des Bildbandes gehen komplett an das CaFée mit Herz, einer Tagesstätten Einrichtung für obdachlose und bedürftige Menschen in Hamburg.

2017 hat Susanne den Verein Leben im Abseits e. V. gegründet. Der Verein setzt sich dafür ein, Behörden und Öffentlichkeit über das unakzeptable und menschenunwürdige Leben auf der Straße aufzuklären sowie die Einsicht zu fördern, dass obdachlose Menschen einen Anspruch darauf haben, mit Würde, Respekt und Anstand behandelt werden.

Sie versucht, mit Netzwerken und Zusammenwirken mit den bereits bestehenden Einrichtungen, die sich nachhaltig um die Unterstützung von bedürftigen und obdachlosen Menschen kümmern, die Situation der Hilfsbedürftigen zu verbessern und die Öffentlichkeit für diese Thematik zu sensibilisieren. Sie plant und führt Kampagnen und Projekte durch, hält Lesungen, Ausstellungen und Projekttage an Schulen und Universitäten. Mit Kooperationspartnern aus der Wohnungslosenhilfe gestaltet sie Dialogabende und Seminare.
Mit Zeit-, Sach- und Geldspenden unterstützt sie Einrichtungen der Obdachlosenhilfe, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie am nötigsten gebraucht wird, bei den obdachlosen und bedürftigen Menschen.

Wir unterstützen Susanne bei aller Vereinsarbeit und sind ebenfalls Mitglieder von Leben im Abseits. Einige von uns sind seit längerer Zeit mit Susanne befreundet und freuen uns, sie unterstützen zu können.

Warum ist sie ein Vorbild für dich?

Susanne setzt sich bei allem, was sie tut, vollständig und mit ganzem Herzen ein. Sie überzeugt durch Ehrlichkeit, Sensibilität und Empathie nicht nur uns, sondern auch die Öffentlichkeit.
Sie ist ein Mensch, der sich wirklich für andere Schicksale interessiert und mit 100% Einsatz an alle Anforderungen herangeht. Geht nicht –Gibt es nicht, das ist der Leitsatz von ihr.
Wir fragen uns oft, wo sie die Energie und Kraft hernimmt. Sie erinnert uns manchmal vehement daran, was eigentlich alles möglich sein kann!

Sie ist von den Schicksalen der Menschen auf der Straße wirklich berührt und kämpft für sie. Sie leidet mit ihnen und überlegt ständig, was noch getan werden kann. Sie reflektiert sich und ihr Handeln und scheut sich nicht, Fehlschläge einzugestehen, dabei aber sofort nach anderen Lösungen zu suchen.

Mit großer Leidenschaft und Empathie erzählt sie uns, was sie an Verbesserungen erzielen möchte. Sie schafft es, einen Jeden davon zu überzeugen, sich zu hinterfragen und letztendlich auch, sich „zu bewegen“.

Auf öffentlichen Veranstaltungen ist sie diejenige, die mit Emotionalität die schlimmen Zustände der Straße präsentiert. Sie nimmt die Öffentlichkeit mit und nicht selten werden wir im Anschluss einer Veranstaltung gefragt, ob wir im Verein noch Unterstützung benötigen.

Wenn man Susanne fragt, was ihr der Verein und die Arbeit darin bedeutet, sagt sie: „Der Verein ist mein Baby. Ich bin 24 Stunden am Tag mit Herzblut dabei. Leben im Abseits hat erst dann keine Bedeutung mehr, wenn es keinen obdachlosen Menschen mehr gibt“!

Für ihr Engagement ist Susanne bereits mit dem Bürgerpreis der Bezirksversammlung Hamburg Mitte 2018 ausgezeichnet worden. Das Aktionsbündnis für Demokratie und Toleranz hat ihr ebenfalls einen Preis für hervorragendes Engagement verliehen. Diese Würdigung erhält sie im April 2019.

Was wünscht ihr ihr für ihre Zukunft?

Wir wünschen ihr ganz viel Kraft für alle weiteren Projekte, die in der Planung sind. Sie ist derzeit dabei, ein zweites Buch zu schreiben. Für dieses Buch wünschen wir ihr den gleichen Erfolg, den sie bei dem ersten Bildband hatte.

Wir werden sie weiterhin mit aller Kraft unterstützen und wünschen uns, dass noch mehr Förderer und Spender Susanne zur Seite stehen. Wir freuen uns darüber, dass wir gemeinsam mit Susanne vielleicht Zustände ein wenig verbessern können.

Wir wünschen ihr, dass sie genau so bleibt, wie sie ist: Empathisch, ehrlich, engagiert und voller Leben. Und – dass sie nicht vergisst, auch ein klein wenig mehr an sich selber zu denken.

Das Team von Leben im Abseits e.V.


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Bürgerpreis der Bezirksversammlung Hamburg Mitte

Gestern durften wir den Bürgerpreis der Bezirksversammlung Hamburg Mitte entgegennehmen.


Neben zahlreichen anderen Organisationen die, wie wir ehrenamtlich tätig sind, wurden die Ehrungen im Hotel Hafen Hamburg verliehen.


Wir sehen diese Auszeichnung als zusätzliche Motivation, unsere Arbeit für Menschen im Abseits fortzuführen. Vielen Dank an alle Menschen, die uns in unserem Tun unterstützen und damit helfen, gute Projekte voranzutreiben!

 

Wir sind sehr glücklich und unendlich Dankbar für diese Würdigung.

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Seht hin!!!

Am Samstag, den 13.01.2018 haben wir im Kulturcafe Komm Du unsere Vernissage mit Bildern aus dem Bildband ABSEITS - Vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte mit einer kleinen Lesung eröffnet.

Während der Ausstellung hatten wir Besuch vom NDR Hamburg Journal, die einen fantastischen Beitrag am Abend gezeigt haben. Das, sowie die Fragen unserer interessierten Gäste, war schon sehr aufregend und emotional für uns.

Aber am Sonntag bekamen wir einen Brief von einer Frau, die auf unserer Lesung gewesen ist. Dieser Brief hat uns alle total berührt und wir waren sprachlos. Ein solcher Dank und ein solches Verstehen unserer Botschaft macht uns sehr sehr dankbar und glücklich.

 

Und hier der wunderschöne Brief:

 

Seht hin!
Es ist Samstag Nachmittag.
Ich sitze in einem kleinen Café. Ich sitze in einem Café und warte auf die Veranstaltung.
Es sind nicht viele Menschen gekommen. Kein Wunder. Wen interessiert´s?

 

Eine Vernissage mit einer kleinen Lesung.
Titel: ABSEITS vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte.
Wen interessiert´s?

 

Wer schaut sich schon gern Gesichter von Menschen an, die auf der Straße leben?
Wer liest schon gern über deren Leben? Gedanken? Wünsche? Träume?
Wen interessiert´s?

 

Die Autorin des Buches sitzt bescheiden auf der Treppe, die eigentlich auf die Bühne führen soll.
Neben ihr ein Mann mit dem Buch in der Hand. Er wird den Leben im Buch seine Stimme schenken.

Sie erzählt über das Buch, über die Menschen.


Sie ist ergriffen. Sie leidet. Ihr Herz erduldet keine Ruhe. Es schlägt mit voller Wucht.
Für die Menschen im Buch.
Sie kennt ihre Gedanken, ihre Wünsche, ihre Geschichten.

Sie erzählt. Er liest.
Sie fühlt. Er malt.
Ich lausche.

Ihren unausgesprochenen Worten.

 

Schaut hin! Redet mit ihnen! Lauft nicht weg! Hört ihnen zu! Sie sind da! Sie sind Menschen!
Sie hofft. Sie bangt. Sie kämpft. Sie fleht.
Für diese Menschen im Buch.
Ihre stillen Tränen suchen unsere Augen.
Ihre Wut schreit uns an.

 

Auch dir kann das passieren! Zu jeder Zeit! Auch du kannst dort landen! Dort, wo du hungern musst. Dort, wo du frieren musst. Dort, in der Welt der Stummen, Abgeschobenen, Ausgestoßenen.

 

Ihr innerer Kampf raubt mir den Atem.
Ich kämpfe mit ihr. Ich flehe mit ihr.

Hört hin! Seht hin!
Bitte!
Lasst all dies nicht zu!