Nach offiziellen Zählungen leben knapp 4000 obdachlose Menschen in Hamburg. Sie alle mussten die extreme Kälte der letzten Tage überstehen. Das erfordert Wissen: Wie schütze ich mich vor Wind, Schnee und Eis? Was darf ich auf keinen Fall tun? Welche Angebote der Hilfseinrichtungen kann ich nutzen? Das Durchhaltevermögen von den Menschen auf der Straße ist beeindruckend.
Die Reaktion der Einrichtungen in der Obdachlosenhilfe auf das Extremwetter waren ebenso bemerkenswert. In kurzfristig ausgerufenen Meetings wurde die Lage analysiert. Versorgungslücken wurden identifiziert und weitgehend geschlossen. Mit ausgeweiteten Öffnungszeiten und Überstunden in den Streetwork und Kältemobilen hat man den Menschen zusätzlichen Schutz geboten. Appelle an die Stadtreinigung, keine Platten zu räumen, sowie an die Hochbahn, Menschen in den Bahnhöfen zu dulden, haben Wirkung gezeigt. Zudem hat die Stadt entschieden das Winternotprogramm ganztägig zu öffnen.
Es wurde viel getan, um die Sicherheit der obdachlosen Menschen zu gewährleisten. Dennoch berichtete Hinz und Kunzt gestern von einem Todesfall, bei dem die Kälte bisher als Grund nicht ausgeschlossen werden konnte. Der kalte Winter verdeutlicht, dass es dringend festen Wohnraum braucht. Eine Notreaktion der Einrichtungen der Obdachlosenhilfe kann und darf nicht die Antwort sein.
Liebe Freundinnen und Freunde von Leben im Abseits, liebe Unterstützende,
wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung, die wir in diesem ereignisreichen Jahr von so vielen helfenden Menschen erhalten haben.
Eure Hilfe ermöglicht es uns, den Teilnehmenden in unseren Projekten eine Alternative zum Leben auf der Straße zu bieten. Ebenso konnten wir durch die Hilfe unsere Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit fortsetzen, um Vorurteile und Stigmatisierungen gegenüber obdachlosen Menschen zu entkräften.
Wir sind froh, dass wir euch bei der Bekämpfung der Obdachlosigkeit an unserer Seite wissen. Auch wenn den Menschen auf der Straße leider keine Pause vergönnt ist, müssen wir diese nun nehmen, um im nächsten Jahr wieder mit vollen Kräften zu helfen. Wir verabschieden uns daher in unsere Weihnachtspause und sagen vielen Dank für die großartige Unterstützung.
Wir wünschen euch allen fröhliche Weihnachten sowie festliche und erholsame Tage!
Das Team von Leben im Abseits
wieder einmal neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu. Kurz vor dem
anstehenden Jahreswechsel wollen wir den Blick darauf richten, welche Ereignisse uns in diesem Jahr beschäftigt und bewegt haben. Zudem möchten wir die Möglichkeit nutzen, um uns bei euch für die
großartige und anhaltende Unterstützung zu bedanken.
Es war ein Jahr in dem wir die Obdachlosigkeit sowohl präventiv als auch akut bekämpfen und viele Erfolge verzeichnen konnten. Leider steht die stadtgesellschaftliche Entwicklung diesen Erfolgen
entgegen. Immer mehr obdachlose Menschen müssen in Hamburg auf der Straße leben. Innerhalb der letzten sechs Jahre hat sich die Zahl der obdachlosen Menschen in Hamburg beinahe verdoppelt. Diese
Entwicklung hält vorraussichtlich weiter an. Der Wohnungsmarkt ist unglaublich angespannt und die Diskussionen um den weiteren Abbau der sozialen
Absicherung nehmen nicht ab. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, unsere Arbeit fortzuführen und zu intensivieren.
Ende Februar war es so weit: Die Eröffnung des Trinitatis-Quartiers wurde gefeiert. Dank einer Großspende der Reimund C.
Reich Stiftung wurde in diesem Zuge auch ein Haus für ehemals obdachlose Menschen geschaffen. 26 Menschen durften die eigene Wohnung beziehen und feiern, nachdem sie auf der Straße lebten oder in
Wohnprojekten untergebracht waren. Wir als Verein sind für die Belegung von acht Wohneinheiten verantwortlich und leisten eine Betreuung nach dem „Housing First“-Ansatz. Es war und ist unfassbar
schön die Freude der Menschen über die eigenen vier Wände zu sehen. Dafür danken wir der Reimund C. Reich Stiftung
sehr.
Ebenfalls im Februar fand in Partnerschaft mit dem FC St. Pauli und vielen Organisationen aus unserem Arbeitskreis wieder der „Tag der
Begegnung“ statt. Gemeinsam konnten wir ein großes Zeichen für Würde und Gemeinschaft setzen. Der FC St. Pauli öffnete seinen Ballsaal und damit einen großen Raum für Austausch,
der auf ebenso großen Anklang traf. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Tag der Begegnung im kommenden Jahr. Die hohe Teilnahme hat uns auch in diesem Jahr gezeigt, wie viele Menschen sich
mit der Armut in unserer Stadt auseinandersetzen und/oder von dieser betroffen sind.
Die Menschen, die von der schlimmsten Form der Armut betroffen sind und obdachlos auf Hamburgs Straßen leben, hatten auch in diesem Jahr mit den schwierigsten Bedingungen zu kämpfen. Sie sind
dauerhaft dem Wetter ausgesetzt. Wind, Regen, Kälte, große Hitze aber auch mangelnde Erholung und Schlaf setzen Ihnen zu. Das Leben auf der Straße ist eine äußerst große Belastung für den
menschlichen Körper, sodass leider auch in diesem Jahr mindestens 17 Menschen auf Hamburgs Straßen gestorben sind. Es
ist erschreckend, wie normal es geworden ist, dass Menschen mitten unter uns auf der Straße den Tod finden.
Insbesondere in der Politik findet die Problematik der Obdachlosigkeit keinen Anklang. So war es auch beim Wahlkampf zur Bürgerschaftswahl im März. Die Problematik wurde nur bei der Linken
erwähnt, ansonsten war die Obdachlosigkeit kein Wahlkampfthema. Die Stadt nimmt es hin und ändert nichts am
Winternotprogramm, das weiterhin tagsüber geschlossen bleibt, ändert nichts an der grundlegenden Unterstützung. Änderung findet dafür aber weiter im Umgang mit obdachlosen Menschen statt, hin zu
mehr Vertreibung und Schuldzuweisung.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fanden über das ganze Jahr verteilt unsere Bildungs- und Öffentlichkeitsveranstaltungen statt. Beginnend mit unseren Hamburger Dialogreihen zum Thema Obdachlosigkeit haben wir einen intensiven Austausch über „Menschen ohne Krankenversicherungsschutz“ und
„Obdachlose Frauen, Drogenkonsum und Sexarbeit“ gefördert. Gemeinsam mit Experten und Expertinnen sind wir mit interessierten Gästen in den Dialog gegangen.
Es folgten mehrere Lesungen, z.B. im HausDrei Altona oder dem Kulturladen St.Georg sowie Ausstellungen. Die Ausstellung in der Millerntorwache haben wir mit unserer Sommeraktion verbunden. Tüten mit Sonnenschutzmittel, Wasser und
kleineren Snacks konnten die Besuchenden mitnehmen, um Sie an obdachlose Menschen zu verteilen. So konnten wir nicht nur den Kontakt fördern, sondern den Menschen auf der Straße auch Schutz vor
zu großer Hitze bieten.
All unsere Veranstaltungen im Bildungs- und Öffentlichkeitsbereich vereint das Ziel, präventiv gegen die Problematik der
Obdachlosigkeit vorzugehen. Menschen zu sensibilisieren und Vorurteile abzubauen, ist für uns ein gravierender Faktor, um die Obdachlosigkeit nachhaltig zu bekämpfen. Insbesondere Kinder und
Jugendliche begegnen dem komplexen Thema sehr offen. Wir sind daher froh, sie auch in diesem Jahr durch Besuche in Schulen und
Workshops zum Thema erreicht zu haben.
Die Veröffentlichung der Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit durch die Sozialbehörde Hamburg im Juni hat einige
Kritik und Unsicherheiten ausgelöst. Die Neuvergabe und -verteilung der Stellen lies die Sozialarbeitenden aus unserem Netzwerk in Unwissenheit über die Weiterfinanzierung ihrer Stelle. Zudem
steht die angekündigte Beharrlichkeit im Umgang mit obdachlosen Menschen konträr zu jeglichen Studien des Bereichs, die einen langsamen Vertrauensaufbau mit Unterstützung im richtigen Moment als
Maßnahme vorsehen. Wir sind gespannt, wie sich das Konzept entwickelt.
Nicht zuletzt sind wir unendlich dankbar für eure Unterstützung, die unser nachhaltiges Projekt „Der Schritt Vorwärts – Ein Weg aus dem
Abseits“ auch in diesem Jahr ermöglicht hat. Die Übergangsunterkunft im Hotel Schanzenstern, gepaart mit der Begleitung durch Sozialarbeitende, bietet für die Teilnehmenden die
optimale Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und sich um ihre Zukunft zu kümmern. Anhand dieses Konzeptes konnten wir seit Projektbeginn mittlerweile 36 Menschen in dauerhaft gesicherten Wohnraum
vermitteln.
Wir möchten uns bei allen Unterstützenden und Fördernden sehr herzlich bedanken, dass Ihr diese Erfolge ermöglicht. Wir wissen eure Hilfe sehr zu schätzen. Wir sind sehr froh, dass wir den
Menschen durch unsere Projekte eine Unterkunft und einen Ort zur Gestaltung ihrer Zukunft anbieten können. Wir wollen an unsere Erfolge anknüpfen und hoffen, euch auch im kommenden Jahr an
unserer Seite zu wissen.
Doch zunächst sagen wir vielen Dank für eure Unterstützung, für eure Tatkraft und euer stetiges Engagement. Ohne Euch wäre unsere Arbeit nicht möglich.
Und
nun wünschen wir euch und eurer Familie eine schöne Weihnachtszeit, erholsame Festtage sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2026
In einer Stadt
wie Hamburg sind wir täglich mit dem Problem der Obdachlosigkeit konfrontiert. Wir sehen Menschen, die um ein wenig Unterstützung bitten, wir begegnen Menschen mit Wunden an Armen und im Gesicht,
und Menschen, die mit all ihrem Hab und Gut am Straßenrand verweilen.
Während Kinder noch auf ihr Umfeld achten und neugierig sind, lassen die Erwachsenen sie spüren, dass hier keine Fragen erwünscht sind. Vielen von uns fehlen die Antworten. Wie kann es sein, dass
es diesen Menschen so schlecht ergeht und uns vergleichsweise gut? Wie findet man einen richtigen Umgang mit dem Leid auf der Welt und auf der Straße? Oft wird die Schuld einfach auf die
betroffenen Menschen abgeladen.
Mit unseren Bildungsveranstaltungen setzen wir genau da an. Auch dieses Jahr haben wir viele Menschen erreichen können, insbesondere jüngere Menschen in der Schule oder in Ausbildung. Wir
beschäftigen uns mit den Ursachen von und Maßnahmen gegen die Obdachlosigkeit und beleuchten Vorurteile.
Dadurch fördern wir die Auseinandersetzung mit der Problematik mit dem Ziel, dass Fragen erlaubt sind und wir verstehen, dass Obdachlosigkeit kein natürliches Phänomen ist. Sie entsteht durch
unsere Gesellschaft und unsere Politik. Genau wie wir die Obdachlosigkeit begünstigen können, können wir sie auch verhindern. Es muss aber der Wille zur Veränderung da sein, der nicht entsteht,
wenn Vorurteile vorherrschen. Deswegen sehen wir unsere Bildungsarbeit als so wichtigen Teil bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit an.
Für jede Person, die sich am Freitag in das kalte Nass der Elbe getraut hat, hat die Stiftung Marion Meyenburg 30€ gespendet. Unglaubliche 192 Menschen haben es gewagt und damit die Deckelsumme von 5000€ erreicht.
Diese Summe wird fair zwischen dem Pik As und Leben im Abseits e.V. aufgeteilt.
Das gespendete Geld nutzen wir, um unser Projekt "Der Schritt Vorwärts - Ein Weg aus dem Abseits" zu finanzieren.
Wir sind unglaublich dankbar für das Team der Eisbademeisters, für alle badenden Menschen und für die Stiftung Marion Meyenburg als Badepatin.
Bei Interesse an der Aktion, die über den gesamten Winter läuft und immer verschieden Einrichtungen unterstützt, besucht gerne die Website der Eisbademeisters Hamburg. Vielleicht traut ihr euch den Sprung ins Kalte Wasser ebenfalls zu? Ansonsten bleibt man als Badepate oder -patin auch trocken.

Copyright: Sozialverband Hamburg
Zu einem großartigen Anlass sind wir am gestrigen Tag mit Herrn Winter von der Reichsbund Stiftung, Herrn Wicher vom Sozialverband Deutschland, Herrn Russmann von
der Meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH und Frau Rahlf aus der Presseabteilung des SoVD zusammengekommen:
Ein Projektbesuch inklusive der Übergabe einer großzügigen Stiftungsspende der Reichsbund Stiftung in Höhe von 15.000 €.
Wir sind unendlich dankbar, dass wir diese Mittel entgegennehmen und sie für unser Projekt „Der Schritt Vorwärts – Ein Weg aus dem Abseits“ verwenden können.
Das Projekt ermöglicht es fünf Zimmer im Hotel Schanzenstern dauerhaft für obdachlose Menschen bereitzustellen. Die Einzelzimmer im Hotel dienen als
Übergangsunterkunft, bis die Teilnehmenden ihren Zustand gefestigt haben und eine dauerhafte Unterkunft zur Weitervermittlung gefunden wurde. Um dieses Ziel und
alle Zwischenschritte auf dem Weg dahin zu erreichen, arbeiten die Teilnehmenden mit Sozialarbeitenden aus unserem Netzwerk zusammen.
Mit Hilfe dieser Vorstufe des Housing First Prinzips konnten wir bereits 35 Menschen mit einer Erfolgsquote von 80% in dauerhaft gesicherten Wohnraum unterbringen
und das Leben auf der Straße nachhaltig beenden.
Ohne Unterstützung, wie die gestern überreichte großzügige Spende der Reichsbund Stiftung, wäre es nicht möglich dieses wirksame Projekt fortzuführen. Wir sind
zutiefst dankbar, für die überreichten Mittel und das Vertrauen in unsere Arbeit.
Zudem freuen wir uns auf die weitere großartige Zusammenarbeit mit der Reichsbund Stiftung, dem Sozialverband Deutschland sowie der
Meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH. Mit letzterer ist eine Zusammenarbeit in der Wohnraumvermittlung angedacht, die das Projekt „Der Schritt Vorwärts“
perfekt ergänzen kann. Auch für diese Möglichkeit bedanken wir uns sehr.
Es war
am Freitag ein wunderschöner Abend mit euch!
Vielen lieben Dank für euer
Interesse und die angeregte Diskussion im Anschluss an die Lesung. Ein großes Dankeschön an den Kulturladen St. Georg für die tolle Location und Organisation. Und
zuletzt herzlichen Glückwunsch an unseren Vereinskollegen Thorben, der seine erste Lesung wirklich großartig gemacht hat!
Liebe Community,
unsere Projektteilnehmenden konnten sich in ihrem eigenen Zimmer mit Privatsphäre stabilisieren. Sie sind zur Ruhe gekommen, haben neue Kraft geschöpft und begonnen, ihre Probleme aktiv anzugehen.
Viele Teilnehmende befinden sich nun in der erfreulichen Situation, einer vertraglich geregelten Arbeit nachzugehen. Gleichzeitig stehen sie jedoch vor der großen Herausforderung, außerhalb unseres Projekts gesicherten, dauerhaften Wohnraum zu finden. Die Sozialarbeitenden aus unserem Netzwerk bemängeln schon lange, dass es nicht genügend Angebote gibt. Die Teilnahme im Projekt dient nur als Übergang, um zur Ruhe zu kommen, das oberstes Ziel bleibt aber die Vermittlung in langfristigen Wohnraum.
Daher wenden wir uns heute an euch, die sich bereits für obdachlose und bedürftige Menschen einsetzen und die Situation verbessern möchten. Falls Ihr Möglichkeiten seht, den Teilnehmenden unseres Projektes Wohnraum zu vermitteln oder Kontakte herstellen könnt, die dabei helfen, meldet Euch gerne bei uns.
Am Samstag hat die Vernissage zu unserer Ausstellung in der Millerntorwache stattgefunden. Anbei ein paar Einblicke.
Wir haben uns gefreut, neben neuen auch einige bekannte Gesichter wiederzusehen. Die Ausstellung könnt ihr noch bis zum 19.07. immer Donnerstag bis Samstag von 16-19 Uhr besuchen. Wir freuen uns auf euch.
Wieder einmal zeigt sich, dass das Housing First Prinzip funktioniert. Auch wenn diesmal ein Quäntchen Glück mitgespielt hat. Viele Menschen haben gestern den Beitrag über unser Hotelprojekt im Hamburg Journal verfolgt. Darunter auch Mitarbeitende aus einer Firma, die auf der Suche nach Arbeitskräften ist und sich daraufhin bei uns gemeldet hat. Gemeinsam mit einem Teilnehmenden aus unserem Hotelprojekt ist so eine Win-Win-Situation und ein neuer Arbeitsvertrag entstanden.
Ohne die Unterkunft im Hotel hätte diese Chance niemals wahrgenommen werden können. Es wäre dadurch verhindert worden, dass die Menschen auf der Straße keine Ruhe und mangelnde Möglichkeiten zur Hygiene haben oder sie gar nicht anzutreffen wären. Das Leben auf der Straße fordert so viel von den Menschen, dass sie sich nicht auch noch um etwas so banales wie einen Lebenslauf kümmern können. Gut, dass sie im Hotelprojekt die dafür benötigte Ruhe und Zeit finden und von großartigen Sozialarbeitenden unterstützt werden.
Ansonsten wäre der neue Arbeitsvertrag vermutlich nie zustande gekommen und das Leben auf der Straße wie gewohnt weitergegangen.
Das Hamburg Journal hat unserem Hotelprojekt im Schanzenstern einen Beitrag gewidmet. Wir freuen uns sehr über das Interesse und dass ein Teilnehmender aus dem Projekt große Lust hatte mitzuwirken. Schaut gerne einmal rein.
Anfang März wurde im Hamburg Journal bereits ein Beitrag zu unserem "Housing-First" Projekt im Trinitatis Quartier gezeigt. Auch dieser spannende Dreh ist auf unserer Website unter News | Allgemein zu finden.
Am 06.03.2025 hat der NDR im Rahmen des Hamburg Journals einen Beitrag zu den neu entstandenen Wohnungen im Trinitatis Quartier gezeigt. Nicht nur wir freuen uns sehr über das Projekt, bei dem wir die Belegung von acht Wohnungen verantworten. Schaut gerne mal rein.
Ein Haus voller Perspektiven ist bezugsfertig. 26 Wohnungen im Reimund C. Reich Haus im Trinitatis Quartier sind fertiggestellt und von ehemals wohnungslosen Menschen bezogen worden. Zusätzlich zum Reimund C. Reich Haus entstanden hier vier weitere Häuser, die mit einer Pilgerherberge, Gemeindehaus, Sozialwohnungen, einer Kindertagesstätte und einem Café als Begegnungsstätte belegt werden.
26 Wohnungen werden den Menschen ein Zuhause und eine Perspektive bieten, die nicht mehr daran geglaubt haben, jemals wieder einen eigenen Mietvertrag erhalten zu können.
„Seit Gründung meiner Stiftung „Hilfe für Menschen in Not“ war und ist es mein Ziel etwas gegen die Obdachlosigkeit in meiner Heimatstadt zu tun. Mein Herzensprojekt war dabei stets die Errichtung eines Wohnhauses für dann ehemals wohnungslose Menschen. Nun endlich ist es soweit und die Wohnungen können bezogen werden. Ich bin sehr glücklich über die Entstehung dieses Hauses, welches durch eine Großspende an und die Zusammenarbeit mit bauwerk entstanden ist“, sagt Reimund C. Reich.
„Besonders freuen wir uns als Stiftung, dass eines unserer geförderten Projekte, Leben im Abseits e.V., bei der Belegung des Hauses und der Betreuung der Bewohner mitwirken wird. Wir sind sehr stolz auf die gute Arbeit des Vereins und die bisher erreichten Ergebnisse bei der Bekämpfung der Obdachlosigkeit“, so Reimund C. Reich.
Leben im Abseits e. V., eine Initiative der Wohnungslosenhilfe und seit 2019 von der Reimund C. Reich Stiftung gefördert, wird mit acht Mietern die anteilige Belegung der Wohnungen und der Betreuung der Bewohner nach dem Ansatz „Housing First“ vornehmen.
„Die zukünftigen Mieter der Wohnungen sind unendlich glücklich über die Möglichkeit, wieder ein eigenes Zuhause zu erhalten. Ihnen das Mietangebot unterbreiten zu können, war für uns ein sehr emotionaler Tag. Niemals zuvor haben wir eine solche Möglichkeit auch nur in Erwägung gezogen. Wir sind der Reimund C. Reich Stiftung unendlich dankbar für die langjährige Unterstützung unserer Vereinsarbeit und dieser großartigen Möglichkeit, Wohnraum vermitteln zu können“, sagt Susanne Groth vom Verein Leben im Abseits.
Für acht Menschen ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Das Leben auf der Straße wird im Kopf bleiben, aber in einer eigenen Wohnung, geschützt und mit Rückzugsort an weiteren Perspektiven zu arbeiten, ist die Perspektive, die diese acht Menschen dank Reimund C. Reich nun haben.
Liebe Interessenten, Förderer, Unterstützer und Freunde von Leben im Abseits,
das Jahr ist fast vorbei und für den Einen oder Anderen von uns haben sich in diesem Jahr Veränderungen ergeben. Stillstand hat fast keiner von uns erlebt. Keiner? Doch – für die obdachlosen Menschen auf Hamburgs Straßen ist alles beim Alten geblieben. Veränderungen, wie seit Jahren von Sozialarbeitern und Einrichtungen gefordert, konnten die Menschen bisher leider nicht feststellen.
Kurz vor dem Jahreswechsel ziehen wir ein Resümee und wollen den Blick darauf richten, welche Ereignisse uns in diesem Jahr beschäftigt und bewegt haben.
Gemeinsam mit dem FC St. Pauli und einigen Initiativen der Obdachlosenhilfe aus dem Arbeitskreis Armut und Obdachlosigkeit, konnte am 27. Februar wiederholt der Tag der Begegnungen stattfinden. Unter dem Motto „St. Pauli sind wir ALLE“ lud der FC St. Pauli in den Ballsaal im Millerntor zu einem Tag der Begegnungen ein. Dieses zwanglose Treffen fand sehr großen Anklang und wir freuen uns auf das kommende Jahr, in dem dieser Tag wiederholt wird.
Im März gab es die traurige Nachricht, dass in dem Zeitraum von November 2023 bis März 2024 sechs obdachlose Menschen auf der Straße gestorben sind. Die Stellungnahme zu diesen Todesfällen seitens des Hamburger Senats lautete: „Es ist kein Mensch auf der Straße erfroren“. Welch kalter Satz von den Amtsträgern, die eine Veränderung der Obdachlosenpolitik bis heute nicht anstoßen.
Stattdessen setzt Hamburgs Senat, gemeinsam mit der Hamburger Polizei, der Bundespolizei und der Hochbahnwache, auf die Vertreibung von obdachlosen Menschen aus der Innenstadt. Rigoros werden die Menschen vom Hauptbahnhof vertrieben und erhalten Platzverweise. Für Straßensozialarbeiter sind die Menschen dann unauffindbar und andere Stadtbezirke erleben dadurch lebhaften Zulauf. Die Probleme werden also nicht gelöst, sondern lediglich verlagert. Und alles auf dem Rücken der obdachlosen Menschen.
Seit dem 1. Mai 2021 gibt es im Bezirksamt Mitte kostenlose Ausweise für obdachlose Menschen. Mit einem Ausweis stehen und fallen alle weiteren Schritte, um ein Leben zurück ins Regelsystem zu starten. Die Ausgabe der gebührenfreien Ausweise war bis zum Ende 2024 befristet. Eine Weiterführung dieses so wichtigen Papiers für obdachlose Menschen steht derzeit leider noch nicht endgültig fest.
Endlich konnten wir auch wieder Live in Schulen und Einrichtungen zum Thema Obdachlosigkeit und Bedürftigkeit Workshops durchführen. Präventions- und Bildungsarbeit ist ein bedeutender Teil unserer Tätigkeit. Jugendliche und Kinder sind sehr offen für das komplexe Thema Obdachlosigkeit und werden durch projektbezogene Schulungen und Referate für Ihre Mitmenschen, die im Abseits leben, sensibilisiert. Hier können wir ein „Umdenken“ in der Gesellschaft möglichst frühzeitig erreichen und der Stigmatisierung von Obdachlosigkeit entgegenwirken.
Im Mai und Juni dieses Jahres haben wir mit Mitarbeitern der Bücherhalle Hamburg einen Workshop durchgeführt. Hamburgs Bücherhallen sind für alle in der Stadt ein toller Ort für einen ruhigen Moment und natürlich insbesondere auch, um ein spannendes neues Buch zu entdecken. Auch wohnungslose und obdachlose Menschen nutzen diesen öffentlichen Rückzugsort und finden dort etwas Normalität wieder. Sie werden dort, anders als vielerorts sonst, nicht vertrieben. Mit der neuen Service-Karte für wohnungslose Menschen haben sie nun auch die Möglichkeit, die zusätzlichen Angebote der Bücherhallen zu nutzen. Wir haben die Mitarbeiter*innen über die Hintergründe von Wohnungs- und Obdachlosigkeit und das bestehende Hilfesystem informiert. Im Arbeitsalltag hatten viele von ihnen bereits Erfahrungen sammeln können und es gab einen regen Austausch zum Thema.
Während der Hitzeperiode in diesem Sommer haben wir die obdachlosen Menschen mit Wasser, Sonnenschutzmitteln und Geldspenden unterstützt. Die Menschen auf der Straße haben sehr unter der Hitze und den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten gelitten. Die Gesundheitsbehörde Hamburg traf in einem Interview die Aussage, dass der Senat trotz der großen Hitzewelle keinen Handlungsbedarf sieht! Einfach unfassbar und traurig.
Im Juli haben wir unsere Homepage überarbeitet. Die bekannten Informationen sind jetzt unter „www.leben-im-abeits.de“ in einem „neuen Gesicht“ abrufbar.
Wir sind unendlich dankbar, dass wir bei der Finanzierung unseres nachhaltigen Projektes „Der Schritt Vorwärts - Ein Weg aus dem Abseits“ so großartig von Ihnen unterstützt werden. Wir konnten mit dem Hotel Schanzenstern die Unterbringung auch ins Jahr 2025 hinein abstimmen.
Das Projekt organisiert und finanziert die Einzelunterbringung sowie Betreuung obdachloser Menschen für einen Übergangszeitraum in Einzelzimmern im Hotel Schanzenstern Altona. Seit Projektbeginn konnten bisher 28 Menschen in Wohnraum vermittelt werden. Herzlichen Dank Ihnen allen dafür.
Unserem Kooperationspartner, dem FC St. Pauli, danken wir sehr für die Projektunterstützung. Nicht nur bei der Finanzierung des Projektes erhalten wir hier eine großzügige Hilfe, sondern die Hotelbewohner erhalten bei Einzug eine Willkommens-Tüte mit Merchandise Artikeln des FC St. Pauli.
Mitten im Herzen Altonas wurde im letzten Jahr der Grundstein für etwas Neues gelegt – Raum für Hoffnung: Rund um die Hauptkirche St. Trinitatis wächst nun das Trinitatis Quartier. Mit Gemeindehaus, Sozialwohnungen, einer Kita, einer Herberge, einem Café als Begegnungsstätte sowie einem von Reimund C. Reich mit einer Großspende versehenen Haus mit Wohnungen für ehemals obdachlose Menschen. Leben im Abseits kann ab Januar 2025 die Belegung von einigen Wohnungen vornehmen und die Betreuung der Bewohner nach dem Ansatz „Housing First leisten. Wir sind unglaublich glücklich, einigen ehemals obdachlosen Menschen bald selbst Wohnraum anbieten zu können und danken der Reimund C. Reich Stiftung sehr, die mit der Schaffung dieser Wohnungen wirkliche Räume für Hoffnung schafft.
In diesem Jahr führen wir unsere Hamburger Dialoge zum Thema Obdachlosigkeit in Kooperation mit dem FC St. Pauli durch. Unter dem Motto St. Pauli sind wir ALLE – Hamburger Dialoge zum Thema Obdachlosigkeit finden vier Veranstaltungen in der Zeit von November 2024 bis Februar 2025 mit Referenten aus unterschiedlichen Fachgebieten in den Fanräumen des Millerntor Stadion statt.
Der Winter stellt uns, wie in jedem Jahr, alle vor große Herausforderungen. Die Stadt Hamburg bleibt, unverständlich für uns, bei der Unterbringung in Massenunterkünften. Des Weiteren müssen alle obdachlosen Menschen die Notunterkünfte am Morgen verlassen und dürfen erst ab 17 Uhr wieder in die Unterkunft. Wir werden also schauen, wie wir die Menschen auf der Straße mit dem Notwendigen weiterhin unterstützen können. Nach wie vor sind wir ebenfalls täglich auf der Straße unterwegs, um nach den obdachlosen Menschen zu schauen, sie ggf. an andere Einrichtungen zu vermitteln oder mit ihnen und erfahrenen Sozialarbeitern den Weg zurück ins Regelsystem zu planen. Sehr auffällig ist hier, dass die Anzahl der Menschen auf der Straße stetig steigt und die zunehmende Verelendung der Menschen ebenfalls stark sichtbar ist.
Ihnen allen sagen wir nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung in Form von Spenden, Worten und Sachmitteln. Es ist wunderbar, Sie alle bei dieser wichtigen Arbeit an unserer Seite zu haben. Nur durch Ihre Unterstützung ist es uns möglich, unsere Arbeit leisten zu können. Das ist uns täglich bewusst und dafür danken wir Ihnen so sehr. Wir hoffen, Sie bleiben auch im kommenden Jahr an unserer Seite.
Jetzt wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Weihnachtszeit, erholsame Festtage sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2025
Das Team von Leben im Abseits e. V.
Winter is
coming!![]()
Wie jedes Jahr werden die Tage langsam kürzer, die Straßen grauer, die Stimmung trüber. Glücklicherweise dürfen viele von uns kuschelige Pullis anziehen oder es sich mit Snacks und warmen
Getränken gemütlich auf dem Sofa machen. Doch diesen kleinen, selbstverständlichen Luxus können sich die über 2.000 Menschen, die allein in Hamburg auf der Straße leben, nicht leisten. Um diesen
Menschen in den kältesten Monaten Trost und Unterstützung zu bieten, wollen wir – mit deiner Hilfe – 50 Winternot-Rucksäcke verteilen.
Jeder Rucksack enthält unverzichtbare Dinge für kaltes Wetter im Wert von 60 €: eine Mütze, ein Paar dicke Handschuhe, einen Schal, Handwärmer, ein Paar Socken, eine Tafel Schokolade, eine
Thermosflasche und einen Einkaufsgutschein über 20 €.
Jeder Rucksack kann jemandem das Leben retten.
Jede Spende hilft – können wir mit deiner Unterstützung rechnen?
Hamburgs Bücherhallen sind für alle in der Stadt ein toller Ort für einen ruhigen Moment und natürlich insbesondere auch, um ein spannendes neues Buch zu entdecken.
Auch wohnungslose und obdachlose Menschen nutzen diesen öffentlichen Rückzugsort und finden dort etwas Normalität wieder.
Sie werden dort, anders als vielerorts sonst, nicht verscheucht. Mit der neuen Service-Karte für wohnungslose Menschen haben sie nun auch die Möglichkeit, die zusätzlichen Angebote der Bücherhallen zu nutzen.
Am 15. Mai 2024 waren wir in der Zentralbibliothek, um die Mitarbeiter*innen über die Hintergründe von Wohnungs- und Obdachlosigkeit und das bestehende Hilfesystem aufzuklären. Im Arbeitsalltag hatten viele von ihnen bereits Erfahrungen sammeln können und es gab einen regen Austausch zum Thema. Vielen Dank an die Bücherhallen und ihre Mitarbeiter*innen für dieses Engagement!
Neues vom Projekt "Der Schritt Vorwärts - Ein Weg aus dem Abseits"
Auch im Jahr 2024 geht es weiter mit dem Projekt. Ein neuer Gast konnte bereits vorletztes Wochenende einziehen. Wie bereits viele andere seit Projektbeginn hat er nun die Möglichkeit, zur Ruhe
zu kommen und seinen Weg zu finden.
In diesen Jahren konnten wir viele Erfahrungen sammeln. Allerdings wurde in der Zeit auch deutlich, dass es bei jeder/m neuen Teilnehmer/in individueller Hilfsansätze bedarf.
Dieses Projekt bietet glücklicherweise die Möglichkeit und Zeit, diese Wege für alle Teilnehmer zu finden. Es hat uns immer wieder gezeigt, dass Obdachlosigkeit mit den richtigen Hilfsangeboten
beendet werden kann.
Natürlich müssen diese Hilfen auch angenommen werden und in seltenen Fällen klappt es nicht. Das passiert auch in unserem Projekt und da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, müssen wir dann diese
Chance auch einer neuen Person bieten.
Zum Glück kam es im bisherigen Projektzeitraum äußerst selten vor und wir haben in diesen Fällen immer eine Lösung gefunden, die eine Rückkehr auf die Straße verhindert.
Durch die Berichte und Erfahrungen der Teilnehmer/innen konnten wir auch einen tieferen Einblick in die strukturellen Probleme unserer Gesellschaft gewinnen.
Es ist erschreckend, wie mit bedürftigen Menschen umgegangen wird. Auf dem Arbeitsmarkt werden die Menschen oft massiv ausgebeutet und müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Nicht
selten geschieht dies ohne Arbeitsvertrag und führt auch zu Arbeitsunfällen.
Es ist einer der treibenden Faktoren für Obdachlosigkeit in Deutschland und führt dazu, dass besonders viele EU-Bürger/innen hier auf der Straße landen. Für sie ist der einzige Ausweg dann ein
neues Arbeitsverhältnis und diese Verzweiflung wird von einigen Arbeitgebern schamlos ausgenutzt. Solange sich das nicht ändert, wird auch das EU-Ziel, Obdachlosigkeit zu beenden, nicht zu
realisieren sein.
Im Ganzen betrachtet ist das für uns natürlich auch manchmal ernüchternd. Aber mit jeder/m neuen Teilnehmer/in im Projekt werden wir wieder daran erinnert, dass es hier um Menschen geht.
Menschen, die Hoffnungen, Träume und ihre eigene Geschichte haben. Jedes Schicksal, dass wir mit diesem Projekt positiv beeinflussen können, ist unendlich wertvoll!
Das können wir gar nicht oft genug sagen. Danke, dass Ihr das ermöglicht!
Wir hoffen, dass wir Euch in diesem Jahr noch oft gute Neuigkeiten vom Projekt bringen können.
Liebe Interessenten, Förderer, Unterstützer und Freunde von Leben im Abseits,
noch immer gibt es keinen Frieden für die Menschen in der Ukraine und im Oktober begann ein weiterer furchtbarer Krieg in Israel und Palästina. Erneut fragen wir uns, wie es sein kann, dass so viel Hass und Gewalt zwischen Menschen herrschen kann. Niemand kann im Krieg Gewinner sein, alle sind Verlierer.
Trotz dieser schrecklichen Ereignisse versuchen wir, kurz vor dem Jahreswechsel, ein Resümee zu ziehen und den Blick auf die Dinge zu lenken, die uns in diesem Jahr beschäftigt und bewegt haben.
Das Jahr begann mit einer Schockmeldung. War der Santa Pauli Weihnachtsmarkt zur Weihnachtszeit noch der Ort für Feiern, Stöbern, Treffen mit Freunden und Party wurde er zu Beginn des Jahres zu einem traurigen Ort. Beim Abbau der Weihnachtsmarkthütten ist ein toter, obdachloser Mann entdeckt worden. Versteckt hinter Holzbrettern ist er einsam gestorben. Immer mehr Menschen verelenden und sterben auf der Straße in einer der reichsten Städte Deutschland. Nur hat die Stadt Hamburg leider nicht den Willen, einen Paradigmenwechsel der Obdachlosenpolitik vorzunehmen.
Stattdessen setzt Hamburgs Senat, gemeinsam mit der Hamburger Polizei, der Bundespolizei und der Hochbahnwache, auf die Vertreibung von obdachlosen Menschen aus der Innenstadt. Rigoros werden die Menschen vom Hauptbahnhof vertrieben und erhalten Platzverweise. Für Straßensozialarbeiter sind die Menschen dann unauffindbar und andere Stadtbezirke erleben dadurch lebhaften Zulauf. Die Probleme werden also nicht gelöst, sondern lediglich verlagert. Und alles auf dem Rücken der obdachlosen Menschen.
An diesem Zustand ändert auch die neue Sozialsenatorin, Melanie Schlotzhauer, nichts. Die Hoffnungen auf eine verbesserte Obdachlosenpolitik mit einer neuen Sozialsenatorin haben sich leider nicht erfüllt und noch immer beharrt die Sozialbehörde Hamburg darauf, dass Hamburg ein ausreichendes Hilfesystem hat.
Seit dem 1. Mai 2021 gibt es im Bezirksamt Mitte kostenlose Ausweise für obdachlose Menschen. Mit einem Ausweis stehen und fallen alle weiteren Schritte, um ein Leben zurück ins Regelsystem zu starten. Die Ausgabe der gebührenfreien Ausweise war bis Ende 2022 befristet. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass diese Aktion für zwei weitere Jahre genehmigt wurde.
Im Februar feierte unsere neue Ausstellung „ÜBER ● LEBEN - Im Schatten des Glanzes“ in der Zentralbibliothek Hamburg ihre Premiere. Im Anschluss wurden unsere Bilder in der KUNSTKLINIK Eppendorf ausgestellt. Dort fand parallel eine Lesung aus unserem Buch UNTER DEM RADAR statt. Im November konnten wir uns über eine Ausstellung unserer Bilder im Rathaus Altona freuen.
Im März wurde seitens der Eisbademeisters eine Spendenaktion für uns durchgeführt. Die tapferen Menschen sind selbst bei Minusgraden in die Elbe gesprungen. Diese Aktion hat die Öffentlichkeit auf das unerträgliche Leid obdachloser Menschen aufmerksam gemacht. Dank großzügiger Spender kam eine großzügige Spendensumme zusammen.
Endlich konnten wir auch wieder Live in Schulen und Einrichtungen zum Thema Obdachlosigkeit und Bedürftigkeit Workshops durchführen. Präventions- und Bildungsarbeit ist ein bedeutender Teil unserer Tätigkeit. Jugendliche und Kinder sind sehr offen für das komplexe Thema Obdachlosigkeit und werden durch projektbezogene Schulungen und Referate für Ihre Mitmenschen, die im Abseits leben, sensibilisiert. Hier können wir ein „Umdenken“ in der Gesellschaft möglichst frühzeitig erreichen und der Stigmatisierung von Obdachlosigkeit entgegenwirken.
Auch konnten unsere Hamburger Dialoge zum Thema Obdachlosigkeit stattfinden. Referenten aus unterschiedlichen Fachgebieten gingen mit interessierten Gästen in den Dialog.
Während der Hitzeperiode in diesem Sommer war die Verteilung von Wasser und Sonnenschutzmitteln unsere tägliche Aufgabe. Die Menschen auf der Straße haben sehr unter der Hitze und den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten gelitten. Die Gesundheitsbehörde Hamburg traf in einem Interview die Aussage, dass der Senat trotz der großen Hitzewelle keinen Handlungsbedarf sieht! Einfach unfassbar.
Mitten im Herzen Altonas wurde im Juni der Grundstein für etwas Neues gelegt – Raum für Hoffnung: Rund um die Hauptkirche St. Trinitatis wächst nun das Trinitatis Quartier. Mit Gemeindehaus, Sozialwohnungen, einer Kita, einer Herberge, einem Café als Begegnungsstätte sowie einem von Reimund C. Reich mit einer Großspende versehenen Haus mit Wohnungen für ehemals obdachlose Menschen. Leben im Abseits wird anteilig bei der Belegung der Wohnungen und der Betreuung der Bewohner nach dem Ansatz „Housing First mitwirken. Wir sind unglaublich glücklich, einigen von ihnen bald selbst Wohnraum anbieten zu können und danken der Reimund C. Reich Stiftung sehr, die mit der Schaffung dieser Wohnungen wirkliche Räume für Hoffnung schafft. Und auch das Richtfest fand bereits im November statt.
Wir sind unendlich dankbar, dass wir bei der Finanzierung unseres Projektes „Der Schritt Vorwärts - Ein Weg aus dem Abseits“ so großartig von Ihnen unterstützt werden. Wir konnten dem Hotel Schanzenstern die Unterbringung auch ins Jahr 2024 hinein abstimmen.
Das Projekt organisiert und finanziert die Einzelunterbringung sowie Betreuung obdachloser Menschen für einen Übergangszeitraum in Einzelzimmern im Hotel Schanzenstern Altona. Seit Projektbeginn konnten bisher 21 Menschen in Wohnraum vermittelt werden.
Vielen obdachlosen Menschen haben wir auch in diesem Jahr mit unserem Sozialfonds finanziell bei der Beschaffung von Ausweispapieren, Fahrkarten etc. unter die Arme greifen können. Nach wie vor sind wir täglich auf der Straße unterwegs, um nach den obdachlosen Menschen zu schauen, sie ggf. an andere Einrichtungen zu vermitteln oder mit ihnen und erfahrenen Sozialarbeitern den Weg zurück ins Regelsystem zu planen. Sehr auffällig ist hier, dass die Anzahl der Menschen auf der Straße stetig steigt und die zunehmende Verelendung der Menschen ebenfalls stark sichtbar ist.
Ihnen allen sagen wir nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung in Form von Spenden, Worten und Sachmitteln. Es ist wunderbar, Sie alle bei dieser wichtigen Arbeit an unserer Seite zu haben. Nur durch Ihre Unterstützung ist es uns möglich, unsere Arbeit leisten zu können. Das ist uns täglich bewusst und dafür danken wir Ihnen so sehr.
Der Winter stellt uns, wie in jedem Jahr, alle vor große Herausforderungen. Die Stadt Hamburg bleibt, unverständlich für uns, bei der Unterbringung in Massenunterkünften. Des Weiteren müssen alle obdachlosen Menschen die Notunterkünfte am Morgen verlassen und dürfen erst ab 17 Uhr wieder in die Unterkunft. Wir werden also schauen, wie wir die Menschen auf der Straße mit dem Notwendigen weiterhin unterstützen können. Der alljährliche Tag der Begegnungen im Millerntor-Stadion findet nun im Februar statt, nach der Weihnachtszeit, in der es Veranstaltungen und Angebote im Überfluss gibt.
Wir sagen nochmal Danke schön, für Ihre große empathische und finanzielle Hilfe, für Ihr Engagement sowie Ihr anhaltendes Interesse und Ihre Würdigung unserer Arbeit. Wir hoffen, Sie bleiben auch im kommenden Jahr an unserer Seite.
Jetzt wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie erstmal eine schöne Weihnachtszeit, erholsame Festtage sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2024.
Das Team von Leben im Abseits e. V.
Die Sozialbehörde lobt die Solidarität und Mitmenschlichkeit in Hamburg.
ABER: Solidarität bedeutet Verantwortung und diese trägt die Sozialbehörde nicht ausreichend!
Obdachlose haben immer noch viel zu wenig Schutz in der Corona Krise. Die Hotels in den Städten sind verwaist. Diese für die Schutzlosen zu öffnen, wäre verantwortungsvolles Handeln.
Die Städte müssen sich dringend um dieses Problem kümmern, JETZT!
Gestern wurde zum ersten Mal vom Senat der Stadt Hamburg der Annemarie-Dose-Preis für innovatives Engagement verleihen.
Wir sind einer der drei Preisträger und sind wahnsinnig stolz und unendlich glücklich, einen Preis mit dem Namen einer engagierten und empathischen wundervollen Frau tragen zu dürfen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Jury, Frau Dr. Melanie Leonhardt und bei dem Präsidenten der Handwerkskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann für eine beeindruckende und berührende Laudatio. Vielen lieben Dank für diese Würdigung.
https://www.hamburg.de/annemarie-dose-preis/
Die Spendenplattform betterplace führt zum Weltfrauentag einen Fotowettbewerb durch. Vorgeschlagen wurden Frauen, die "Bewegendes" leisten.
Vereinskollegen von Leben im Abseits e. V. haben dafür Susanne Groth vorgeschlagen. Bitte teilt und liked unser Projekt auf Facebook!!!
Gestern durften wir den Bürgerpreis der Bezirksversammlung Hamburg Mitte entgegennehmen.
Neben zahlreichen anderen Organisationen die, wie wir ehrenamtlich tätig sind, wurden die Ehrungen im Hotel Hafen Hamburg verliehen.
Wir sehen diese Auszeichnung als zusätzliche Motivation, unsere Arbeit für Menschen im Abseits fortzuführen. Vielen Dank an alle Menschen, die uns in unserem Tun unterstützen und damit helfen,
gute Projekte voranzutreiben!
Wir sind sehr glücklich und unendlich Dankbar für diese Würdigung.
Am Samstag, den 13.01.2018 haben wir im Kulturcafe Komm Du unsere Vernissage mit Bildern aus dem Bildband ABSEITS - Vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte mit einer kleinen Lesung eröffnet.
Während der Ausstellung hatten wir Besuch vom NDR Hamburg Journal, die einen fantastischen Beitrag am Abend gezeigt haben. Das, sowie die Fragen unserer interessierten Gäste, war schon sehr aufregend und emotional für uns.
Aber am Sonntag bekamen wir einen Brief von einer Frau, die auf unserer Lesung gewesen ist. Dieser Brief hat uns alle total berührt und wir waren sprachlos. Ein solcher Dank und ein solches Verstehen unserer Botschaft macht uns sehr sehr dankbar und glücklich.
Und hier der wunderschöne Brief:
Seht hin!
Es ist Samstag Nachmittag.
Ich sitze in einem kleinen Café. Ich sitze in einem Café und warte auf die Veranstaltung.
Es sind nicht viele Menschen gekommen. Kein Wunder. Wen interessiert´s?
Eine Vernissage mit einer kleinen Lesung.
Titel: ABSEITS vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte.
Wen interessiert´s?
Wer schaut sich schon gern Gesichter von Menschen an, die auf der Straße leben?
Wer liest schon gern über deren Leben? Gedanken? Wünsche? Träume?
Wen interessiert´s?
Die Autorin des Buches sitzt bescheiden auf der Treppe, die eigentlich auf die Bühne führen soll.
Neben ihr ein Mann mit dem Buch in der Hand. Er wird den Leben im Buch seine Stimme schenken.
Sie erzählt über das Buch, über die Menschen.
Sie ist ergriffen. Sie leidet. Ihr Herz erduldet keine Ruhe. Es schlägt mit voller Wucht.
Für die Menschen im Buch.
Sie kennt ihre Gedanken, ihre Wünsche, ihre Geschichten.
Sie erzählt. Er liest.
Sie fühlt. Er malt.
Ich lausche.
Ihren unausgesprochenen Worten.
Schaut hin! Redet mit ihnen! Lauft nicht weg! Hört ihnen zu! Sie sind da! Sie sind Menschen!
Sie hofft. Sie bangt. Sie kämpft. Sie fleht.
Für diese Menschen im Buch.
Ihre stillen Tränen suchen unsere Augen.
Ihre Wut schreit uns an.
Auch dir kann das passieren! Zu jeder Zeit! Auch du kannst dort landen! Dort, wo du hungern musst. Dort, wo du frieren musst. Dort, in der Welt der Stummen, Abgeschobenen, Ausgestoßenen.
Ihr innerer Kampf raubt mir den Atem.
Ich kämpfe mit ihr. Ich flehe mit ihr.
Hört hin! Seht hin!
Bitte!
Lasst all dies nicht zu!
