News - Kiezgeschichten


Mal wieder eine Kiezgeschichte!

Nicht nur ihr seid spitze und helft uns mit Euren Spenden, sondern auch der Kiez ist mal wieder „spitze“.
Menschen, die hier auf der Reeperbahn Ihre Platte haben, sind sehr mit dem Kiez verwurzelt. Aus bekannten Gründen gehen sie nicht ins Winternotprogramm und mögen auch nicht gern in ein Hotel oder eine Unterkunft, die nicht nah am Kiez ist.
Ein Gewerbetreibender vom Kiez hat ein großes Herz und unterstützt obdachlose Menschen und uns sehr. Er hat jetzt sehr kostengünstig drei Wohnunterkünfte für obdachlose Menschen direkt auf dem Kiez bis Ende März zur Verfügung gestellt.
Drei obdachlose Menschen müssen jetzt nicht mehr die Nässe und Kälte ertragen, finden Schutz und vor allem Ruhe und Privatsphäre.
Wir sind diesem tollen Mann mehr als dankbar und freuen uns so sehr für die obdachlosen Menschen.
Der Kiez ist halt speziell und Nächstenliebe, Solidarität und Nachbarschaftshilfe werden hier noch gelebt.

 

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Eine Kiezgeschichte oder ganz großen Respekt vor einem Kiez-Urgestein

Seit mehr als 20 Jahren lebt sie auf der Reeperbahn auf der Straße. Sonne, Regen, Schnee und Eis – nichts kann sie von ihrer Platte vertreiben. Ab und zu mal eine Übernachtung im Hotel, wenn es dann doch zu kalt wird, mehr aber nicht. Sofort zieht es sie auf ihre Platte zurück.
„Du kannst Dich auf den Kopf stellen, ich will hier von meinem Platz nicht weg. Hier ist mein Leben und hier werde ich auch sterben“, sagte sie vor ein paar Jahren mal zu uns.
Es ist ihre Entscheidung, auch wenn es uns sehr schwerfiel, dieses zu akzeptieren.
Alkohol und Drogen begleiteten sie seit Jahren Tag für Tag durch ihren Alltag. „Anders hältst Du es hier ja nicht aus. Aber ich bin wenigstens ehrlich. Ich frage nicht nach Geld für irgendetwas, ich sage immer, wofür ich es brauche“, sagt Uschi.
Nun hat sie sich aber ganz allein für eine Veränderung in ihrem Leben entschieden. Seit einigen Wochen trinkt sie keinen Alkohol mehr. In einer Umgebung mitten auf der Straße, wo Drogen und Alkohol eine große Rolle spielen und einfach zu bekommen sind, startet Uschi ihren Entzug.
„Ich brauche dafür keine Therapie, ich brauch nur meinen Willen und ich will keinen Alkohol mehr“, sagt sie.
Wir ziehen den Hut vor ihr. Allein den Versuch zu starten und sich in dieser Umgebung für die Abstinenz zu entscheiden, auf den jahrelangen Begleiter zu verzichten, dafür verdient Uschi jeglichen Respekt.
Jeder, der mit einer Sucht, sei es Alkohol, Medikamente oder ganz einfach auch weniger gefährliche Substanzen zu kämpfen hat, kann sich vorstellen, wieviel Kraft das kostet.
Wir haben ganz große Achtung vor diesem Schritt und wer weiß, vielleicht ändert Uschi ja auch ihre Einstellung und möchte doch nochmal weg von ihrer Platte?
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Der Kiez kümmert sich!

Seit Jahren hält sich, nennen wir ihn Manni, auf dem Kiez auf. Von morgens früh bis zum Mittag sitzt er vor einen Discounter auf der Reeperbahn und hält Klönschnack mit seinen Bekannten. Mittags macht er sich wieder auf den Weg in seine Wohnung am Stadtrand von Hamburg.
Vergangene Woche sprach uns eine engagierte Mitarbeiterin des Discounters an. Sie hätte Manni seit vier Tagen nicht mehr gesehen. So etwas hätte es vorher noch nie gegeben und sie macht sich aufrichtig Sorgen um ihn.
Wir wussten Mannis vollständigen Namen und auch seine Anschrift war uns bekannt. Mit diesen Daten haben wir einen Bürgernahen Beamten der Davidwache angesprochen. Dieser kümmerte sich sofort. Er telefonierte mit den Beamten der Wache in Wilhelmsburg und bat diese, einmal bei Manni vorbeizufahren. Parallel hat er sich bei der Feuerwehr informiert, ob eventuell ein Rettungseinsatz vorlag. UND – Die Feuerwehr hatte einen Einsatz bei Manni. Er wurde vom Rettungsdienst in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Unser Bünabe konnte seine Wilhelmsburger Kollegen also wieder zurückrufen.
Uns allen fiel erstmal ein Stein vom Herzen. So wussten wir zumindest, dass Manni nicht hilflos in seiner Wohnung lag.
Manni geht es besser und heute wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Wir hoffen, dass wir ihn ganz bald an seinem „alten“ Platz wiedersehen werden.

 

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Menschen halten zusammen – Jedenfalls auf dem Kiez tun sie das!

Bobby, ein obdachloser Mann, der seit Jahren die Reeperbahn sein Zuhause nennt, ist im Viertel bekannt wie ein „bunter Hund“. Stets freundlich, nie streitsüchtig und für jeden ein freundliches Wort – das ist Bobby.
Eine alte Dame, die selber sehr bedürftig ist und mit ihrer Rente „haushalten“ muss und ein Bürgernaher Beamter der Davidwache trafen gleichzeitig auf Bobby und erfuhren, dass Bobby kein Geld mehr hatte, um sich Wasser zu besorgen und sehr durstig war.
Der Beamte wollte zur Wache und Bobby ein Wasser holen. Diesen stoppte die alte Dame mit den Worten „Lass mal gut sein, ich kaufe ihm jetzt und hier ein Wasser. Er braucht dringend etwas zu trinken, sonst kippt er uns um“.
So geht sich umeinander kümmern auf dem Kiez!
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Starke Frauen auf dem Kiez!

Seit Jahren kennen wir Biggy, eine stark drogenabhängige Frau auf dem Kiez.
Gespräche mit ihr waren aufgrund der Drogen oftmals schwierig oder gar nicht möglich. Vor einiger Zeit sprach sie uns direkt mit unserem Namen an. Das hatte sie vorher noch nie gemacht. Wir haben uns mit ihr eine lange Zeit sehr gut unterhalten. Als wir ihr sagten, dass wir dieses Gespräch mit ihr so super fanden, erklärte sie uns, dass sie seit nunmehr drei Wochen substituiert wird, also keine harten Drogen mehr nimmt. Auch würde sie derzeit eine ambulante Therapie machen.
Wir nahmen sie in den Arm und sagten ihr, dass es so klasse sei, dass sie diesen Schritt gegangen ist. Daraufhin sagte Biggy mit Tränen in den Augen:
„Weißt Du eigentlich, was ich jetzt für Ängste habe? Ich habe Angst vor Veränderungen, Aufarbeiten und und und…..
Früher habe ich mich immer mit den Drogen weggeschossen, wenn ich dieses beschissene Leben auf der Straße nicht mehr ertragen konnte. Das geht jetzt nicht mehr und ich muss das aushalten….“
In diesem Moment konnten auch wir nichts sagen.
Wir haben einen wahnsinnigen Respekt vor Biggy, dass sie so viel Stärke bewiesen hat und diesen Schritt trotz ihrer prekären Situation gewagt hat und hoffen, dass sie diesen Weg weiter gehen wird. Wir werden sie dabei, so wie wir können und sie es zulässt, unterstützten.
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Besondere Menschen mit Herz auf dem Kiez!

In der letzten Woche trafen wir auf einen älteren Mann, der fröhlich mit seinem Rollator über die Reeperbahn schlenderte. Wir kennen ihn bereits seit einiger Zeit, unterstützen ihn mit Lebensmittelgutscheinen und anderen Dingen, da er nur eine sehr kleine Rente bekommt. Ein Pflegedienst sowie eine Haushaltshilfe konnte, gemeinsam mit den Bürgernahen Beamten der Davidwache, organisiert werden.
Er wohnt am Anfang der Herbertstraße in der zweiten Etage ohne Fahrstuhl. Wir fragten ihn, wie er denn die Treppen zu seiner Wohnung bewältigt. Er grinste verschmitzt und sagte: „Also, dafür habe ich meine Jungs und Mädels“. Er meint damit die Bewohner der Herbertstraße.
„Wenn ich raus will, dann rufe ich einen von denen an, ich habe von ganz vielen die Handynummer. Die kommen dann zu mir, schnappen sich meinen Rollator und mich und tragen mich die Treppe runter. Und wenn ich wiederkomme, dann schnappt sich einer meine Einkäufe und den Rollator und der andere trägt mich die Treppen rauf. So einfach ist das“!
Auf unsere Frage, ob es für ihn nicht besser sei, in eine Seniorenresidenz auf dem Kiez zu ziehen antwortet er: „Bist Du verrückt? Was soll ich da denn? Da ist doch nix los und hier kümmert man sich um mich, wann immer ich will!"
Besondere Menschen in einem besonderen Viertel – Kiezmenschen sind eben anders, Kiezmenschen haben Herz!💕
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Nachbarschaft auf dem Kiez – Präventiv gegen Obdachlosigkeit

Der Kiez - Partymeile und Glitzer, aber auch Armut und Bedürftigkeit.
Aber für die Menschen, die hier wohnen, hat Nachbarschaft noch eine große Bedeutung.
Selbst in einem Hochhaus, wo oftmals Anonymität und Einsamkeit herrschen!
Eine ältere Frau, die kaum mehr in der Lage war, ihre täglichen Bedürfnisse alleine zu bewältigen, bekam tatkräftige Unterstützung und Hilfe aus der Nachbarschaft. Als sich Beschwerden über die Frau mehrten und die Hausverwaltung über eine Wohnungskündigung entscheiden wollte und der Frau somit Wohnungsverlust und Obdachlosigkeit drohten, kümmerte sich eine resolute Nachbarin darum, dass die ältere Frau einen Betreuer und eine Haushaltshilfe an die Seite bekam.
„Wir leben hier schon so lange zusammen und wenn man älter wird, ist es doch klar, dass man auf Hilfe angewiesen ist. Meckern, weil etwas nicht mehr funktioniert, hilft nicht. Man muss fragen, wobei man hilfsbedürftige Personen unterstützten kann“, so die Nachbarin mit ganz viel Herz und Empathie.
Einfach mal „hinsehen“ und kümmern – DAS kann ein JEDER von uns tun!
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Social Teamwork auf dem Kiez

 

Seit Monaten „wohnte“ eine junge Frau, nennen wir sie Anna, auf der Straße nahe der Reeperbahn. Ein bürgernaher Beamter der Davidwache konnte das Vertrauen von Anna gewinnen. Sie erzählte ihm von ihrer Familie, die in einem kleinen Ort 300 Kilometer entfernt von Hamburg, lebt.

 

Ständig erwähnte sie ihren Vater und wie sehr sie ihn vermissen würde.

 

Irgendwann gab Anna dem Beamten die Telefonnummer des Vaters. Der Beamte nahm Kontakt zum Vater auf und hielt ihn durchgehend über seine Tochter auf dem Laufenden.

 

 

Anna ging es schlecht, Drogen, Kälte und mangelnde Hygiene ließen sie zunehmend verwahrlosen. Wir lernten sie Weihnachten kennen und boten ihr Hilfe an. Damals lehnte Anna diese ab.

 

 

Der Vater signalisierte immer wieder, dass Anna nach Hause kommen könnte, die Familie würde sie mit offenen Armen empfangen. Annehmen wollte Anna diese Hilfe nicht, aber man konnte spüren, wie sehr sie es freute, dass sich ihr Vater um sie sorgte.

 

 

Anna bekam nach Weihnachten einen Platz in einer Notunterkunft und wollte dort auch an ihrer Drogensucht arbeiten. Anna ging es merklich besser, jedoch fühlte sie sich in dieser Unterkunft und auch in der Beratung nicht wohl. Der Gang zurück auf die Straße erfolgte dann kurz darauf.

 

Der Beamte und auch wir trafen auf Anna und boten ihr erneut Hilfe an. Noch immer lehnte sie weitere Angebote ab, aber irgendwas passierte mit ihr, denn ein paar Tage später bat sie den Beamten und uns um Hilfe. Sie wollte nach Hause, zu ihrer Familie.

 

 

Hilfsangebote am Heimatort haben wir an Anna und ihren Vater weitergegeben und ihr eine Fahrkarte gekauft. Gestern hat sie sich auf den Weg „nach Hause“ gemacht.

 

Ein Polizist mit ganz großem Herz hat dafür gesorgt, dass der Kontakt zum sozialen Netzwerk „Familie“ nicht abreißt und so Anna einen Neustart Zuhause ermöglicht. Danke schön für so viel Herz!

 

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Menschlichkeit auf dem Kiez

Sind sie anders, die Menschen, die auf dem Kiez Zuhause sind?
Liegt es daran, dass sie tagtäglich mit Leid und Elend konfrontiert sind?
Ist es für sie aus diesem Grund eine Selbstverständlichkeit denen zu helfen, die auf unsere aller Hilfe angewiesen sind?
„Letzte Woche habe ich wieder die obdachlose Frau gesehen, deren Verelendung immer deutlicher wird. Sie saß im Regen total durchnässt in ihrem Rollstuhl vor einem Lebensmittelmarkt. Ihre gesamte Habe lag verstreut am Boden und alles war klitsche nass. Sie selber hatte blaue Lippen und eiskalte Hände. Mein Freund und ich haben ihre Habe zusammen gesammelt und ich habe ihr meinen Schal gegeben, damit ihr etwas wärmer wird. Ihr Schlafsack war nicht nur nass, sondern auch total verdreckt. Mein Freund hat ihn mit zu uns nach Hause genommen und in die Waschmaschine gesteckt. Ich habe die Frau in ihrem Rollstuhl zu Fuß, da uns der Busfahrer leider nicht mitnehmen wollte, in eine Einrichtung gefahren, damit sie sich dort aufwärmen und neue Kleidung erhalten kann. Den gewaschenen und getrockneten Schlafsack habe ich den Angestellten im Lebensmittelmarkt gegeben. Denn dort wird die obdachlose Frau wieder auftauchen“……
DAS ist kein Märchen, sondern es gibt sie tatsächlich, die guten Feen, für die Hinschauen und Helfen Normalität ist. Wie schön wäre es, wenn JEDER von uns ein wenig Hilfe leisten würde. Dann sähe die Welt für obdachlose Menschen ein wenig schöner aus.
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Menschen!!!! Auf der Reeperbahn......

Die Reeperbahn ist Hamburgs bekannteste Straße im Vergnügungsviertel im Stadtteil St. Pauli und gilt als schillerndste und sündigste Meile der Welt. Ca. 20 Millionen Besucher bummeln jährlich über die 930 Meter lange Straße und wollen Glanz, Licht, Musik und Skurrilität erleben.

 

St Pauli ist aber auch trist und hässlich. Es stinkt es nach Urin, nach Fäkalien, nach verdorbenen Essen. Vor den Ladeneingängen, in den Seitenstraßen und auch mitten auf Hamburgs Rotlichtboulevard liegen MENSCHEN und vegetieren vor sich hin.

 

Angesehen werden Sie entweder mitleidig oder mit Ekel in den Augen, sehr gern werden sie aber „einfach“ übersehen. Gewalttätige Übergriffe durch ihre Mitmenschen erfahren sie öfter. „Gern“ wird auf sie auch uriniert oder behinderten obdachlosen Menschen werden ihre Gehhilfen oder Rollstühle gestohlen.

 

Unvorstellbar, was Menschen Mitmenschen antun können, die bereits am Rande der Gesellschaft leben. Das ist nicht nur würde- und respektlos, sondern ein asoziales Verhalten.

 

Jeder von uns kann in eine soziale Notlage kommen. Jeder von uns ist auf soziale Kontakte und Empathie angewiesen. Jeder von uns kann seine Mitmenschen anschauen und wahrnehmen. JEDER!!!!

 

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St. Pauli zeigt Herz.......

Hamburg St. Pauli – Hier liegen Glanz und Elend so nah bei einander wie sonst nirgendwo in Hamburg.

 

 

Wenn die Lichter ausgehen, ist St. Pauli trist und hässlich. Entlang der Reeperbahn findet man obdachlose Menschen auf ihren Schlafmatten liegend auf dem Gehweg oder in Hauseingängen.

 

Obdachlosigkeit, Drogen und Perspektivenlosigkeit – auch das ist St. Pauli.

 

 

St. Pauli ist aber auch offenherzig und human. Hier gibt es Nachbarschaftshilfe, hier gehen  Polizisten auf Tuchfühlung mit bedürftigen Menschen. St. Pauli ist herzlich und aufmerksam.  

 

 

Nicky Wichmann, Inhaberin vom Amsterdam-Headshop auf der Reeperbahn, hat uns von ihrem Leben auf St. Pauli erzählt.

 

 

Hier gehts zum Inteview:

 

https://vimeo.com/250320998?utm_source=email&utm_medium=vimeo-cliptranscode-201504&utm_campaign=28749

 

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