Reaktion auf die extreme Kälte – Hilfseinrichtungen weiten ihre Arbeit aus

Nach offiziellen Zählungen leben knapp 4000 obdachlose Menschen in Hamburg. Sie alle mussten die extreme Kälte der letzten Tage überstehen. Das erfordert Wissen: Wie schütze ich mich vor Wind, Schnee und Eis? Was darf ich auf keinen Fall tun? Welche Angebote der Hilfseinrichtungen kann ich nutzen? Das Durchhaltevermögen von den Menschen auf der Straße ist beeindruckend.

 

Die Reaktion der Einrichtungen in der Obdachlosenhilfe auf das Extremwetter waren ebenso bemerkenswert. In kurzfristig ausgerufenen Meetings wurde die Lage analysiert. Versorgungslücken wurden identifiziert und weitgehend geschlossen. Mit ausgeweiteten Öffnungszeiten und Überstunden in den Streetwork und Kältemobilen hat man den Menschen zusätzlichen Schutz geboten. Appelle an die Stadtreinigung, keine Platten zu räumen, sowie an die Hochbahn, Menschen in den Bahnhöfen zu dulden, haben Wirkung gezeigt. Zudem hat die Stadt entschieden das Winternotprogramm ganztägig zu öffnen.

 

Es wurde viel getan, um die Sicherheit der obdachlosen Menschen zu gewährleisten. Dennoch berichtete Hinz und Kunzt gestern von einem Todesfall, bei dem die Kälte bisher als Grund nicht ausgeschlossen werden konnte. Der kalte Winter verdeutlicht, dass es dringend festen Wohnraum braucht. Eine Notreaktion der Einrichtungen der Obdachlosenhilfe kann und darf nicht die Antwort sein.