Was die „erste Corona Woche“ in Hamburg für obdachlose Menschen bedeutet!

Viele Einrichtungen in der Obdachlosenhilfe, die hauptsächlich ehrenamtlich und/oder mit einer großen Anzahl von ehrenamtlichen Helfern tätig sind, haben seit Montag, den 16. März, geschlossen.

 

 

Für die obdachlosen Menschen beginnt damit eine stark gesundheitsgefährdende und unvorstellbar schwierige Zeit.

 

 

Eine Grundversorgung mit Essen und Trinken auf der Reeperbahn ist seitdem nur noch erschwert möglich. Einige Einrichtungen wie z. B. die Tagesstätte CaFée mit Herz leisten eine Versorgung mit Nahrung und Getränken durch eine Ausgabe am Fenster. Die Alimaus hat ihre Tagesstätte geschlossen, die Fahrten mit dem Kältebus und dem Gesundheitsmobil auch. Allerdings fertigen Mitarbeiter der Alimaus morgens Lunchpakete und verteilen diese mobil mit dem Kältebus auf Hamburgs Straßen.

 

 

Die Krankenstube für Obdachlose der Caritas ist zwar geöffnet, kann aber aufgrund der Infektionsgefahr keine ambulanten Patienten aufnehmen. Das Krankenmobil der Caritas ist zu den gewohnten Tageszeiten von Montag bis Freitag unterwegs. Das Arztmobil ist bisher nach wie vor am Wochenende unterwegs. Die zahnärztliche Praxis und das Zahnarztmobil der Caritas wurde jedoch geschlossen. Wohin mit obdachlosen Menschen, die Zahnschmerzen und Entzündungen haben?

 

 

Nach den obdachlosen Menschen auf der Straße schauen die Bürgernahen Beamten. In anderen Hamburger Stadtteilen sind u. a. die Straßensozialarbeiter mit Lunchpaketen unterwegs. Sie alle erleben die Ängste und auch die Hilflosigkeit der obdachlosen Menschen und können nur zuhören., nicht helfen. Eine belastende Situation!

 

 

Verunsicherung herrscht auf der Straße. Durch die Quarantäne, die im Winternotprogramm in der Friesenstraße aufgrund eines positiven Befundes einberufen wurde, haben die obdachlosen Menschen Angst. Eine diffuse Angst vor "Einsammlung, Ansteckung und Repressalien".

 

 

Da auch der Duschbus seine Touren einstellen musste und die Duschen in den Einrichtungen geschlossen sind, können die obdachlosen Menschen derzeit weder duschen noch sich mit neuer Kleidung ausstatten. Toilettengänge sind auch nur bedingt möglich.

 

 

Einige Menschen, ehrenamtlich oder professionell, leisten seit letzter Woche Unglaubliches. Sie versorgen mit Lunchpaketen, Mahlzeiten, Ansprache, finanzieller Unterstützung und vieles mehr. Mit den Geldspenden versuchen obdachlose Menschen sich notdürftig selbst zu versorgen, Futter für ihren Hund einzukaufen oder aber sich zumindest für eine Nacht eine Hostel- oder Hotelübernachtung zu ermöglichen.

 

 

UND was macht die Stadt Hamburg für ihre obdachlosen und bedürftigen Bürger?

 

 

Seit über einer Woche erfolgt keine Reaktion der Sozialbehörde auf Anfragen, wie in Zeiten der Corona Krise die Hilfsleistung für obdachlose Menschen gewährleistet wird.

 

 

Am Freitag dann endlich meldete sich die Behörde, zumindest bei einer Einrichtung. Die dann folgende Anfrage seitens der Behörde macht viele von uns bis heute einfach nur sprach- und fassungslos.

 

 

Deutschland diskutiert über Ausgangssperren und bittet alle Menschen, die sozialen Kontakte einzustellen. ABER - die BASFI Hamburg fragte bei einer Tagesstätten-Einrichtung in Hamburg an, ob es nicht möglich sei, ab dem kommenden Montag die Einrichtung wieder zu öffnen und die Versorgungszeiten eventuell sogar zu verlängern. Die obdachlosen Menschen könnten ja in kleineren Gruppen eingelassen werden. Die Behörde würde sich darum kümmern, dass ein Bürgernaher Beamter die Warteschlage vor der Tür dann beaufsichtigt.

 

 

Wir können es kaum fassen, dass Hilfsleistungen seitens der Behörde so aussehen soll. So kann sich doch eine Behörde nicht aus der Verantwortung ziehen?

 

 

Wir reden über Ausgangssperren und Vermeidung von sozialen Kontakten, keinerlei Gruppenzusammenkünfte, aber eine Einrichtung, die überwiegend mit ehrenamtlichen Mitarbeitern arbeitet, die der Risikogruppe angehören, soll geöffnet werden? Alle Menschen, die dann hier zusammentreffen, könnten zu unkontrollierbaren Multiplikatoren des Corona Virus werden.

 

Kann so Hilfeleistung seitens der Behörde aussehen?

 

 

In anderen Ländern Europas wird zumindest versucht, Hilfe zu leisten. Z. B. in London werden hunderte Obdachlose in Hotels untergebracht, um sie vor dem Corona Virus zu schützen. Ca. 300 Zimmer in zwei Hotels werden dafür zur Verfügung gestellt und zunächst auf die kommenden zwölf Wochen befristet.

 

"Wir müssen alles Mögliche tun, um die Gesundheit aller zu schützen - nicht zuletzt die der Londoner, die jede Nacht unter rauesten Bedingungen auf den Straßen der Hauptstadt schlafen", so Londons Bürgermeister Sadiq Khan.

 

 

In Spanien kündigte die Regierung an, im ganzen Land täglich an bestimmten Punkten Kits mit Hygieneartikeln, Lebensmitteln und Getränken zu verteilen. Dort können sich Obdachlose auch die Temperatur messen lassen und über das Virus informieren. Madrids Vize-Bürgermeisterin Begoña Villacís sagt: „Obdachlose sind extrem verwundbar und brauchen unseren Schutz“.

 

 

In Frankreich denkt man an Mitarbeiter in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe. Frankreich müsse Freiwillige und Angestellte gemeinnütziger Einrichtungen für Obdachlose mit Schutzausrüstung gegen das Corona Virus ausstatten, sagte die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, der Zeitung.

 

 

UND in Hamburg, in dieser reichen Metropole, was passiert hier?

 

Armes reiches Hamburg!

 

 

 

Bitte zeichnet die Petition, die von Go Banyo und einigen anderen Mitstreitern verfasst wurde.

 

https://www.change.org/p/stadt-hamburg-sofortige-dezentrale-unterbringung-aller-obdachlosen?fbclid=IwAR1PRWh180MJkuv9-VCMSK0lP5neRMZJSQNyZGiDjQGOShxxqKfRaF0LRGk

 

 

und unterstützt uns dabei, den obdachlosen Menschen auf der Straße zu helfen.

 

 

Entweder bei unserer Spendenaktion auf Facebook https://www.facebook.com/donate/530512917847977/1062977377400618/

 

 

 

Oder auf Betterplace

 

https://www.betterplace.org/de/projects/63313-leben-im-abseits-e-v

 

 

 

Oder direkt auf unser Konto bei der Hamburger Volksbank

 

 

Leben im Abseits e. V.

 

IBAN: DE98 2019 0003 0071 6921 00, BIC: GENODEF1HH2

 

 

 

 

 

Bitte lasst die obdachlosen und hilfsbedürftigen Menschen nicht allein in dieser Zeit!