Das war unser Jahr 2019!

Liebe Interessenten, Förderer, Unterstützer und Freunde von Leben im Abseits,

 
nun neigt sich das zweite Vereinsjahr von Leben im Abseits mit schnellen Schritten dem Ende. Auch dieses Jahr verging für uns wie „im Flug“. Wir ziehen kurz vor dem Jahreswechsel ein Resümee und lenken den Blick auf die Dinge, die uns während dieses Jahres bewegten.
 
In diversen Lesungen, die wir in Kulturcafés und anderen schönen Locations durchgeführt haben, konnten wir sehr viele Menschen unterschiedlichster Altersstufen ansprechen und für das Thema Obdachlosigkeit sensibilisieren. Beim FC St. Pauli im Ballsaal des Millerntor-Stadions bekamen wir die Möglichkeit, unsere Arbeit und unseren Bildband ABSEITS, der ebenfalls auf dem Kiez entstanden ist, vorzustellen. Wir haben uns sehr darüber gefreut, erstmalig in so einem großen Rahmen eine Lesung durchführen.
 
Im Kulturcafé „Komm Du“, im Kulturhaus Eppendorf, im Kulturschloss Wandsbek und in der Bücherhalle Billstedt haben wir unsere Porträtfotos aus dem Bildband „Abseits – Vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte“ und unser Fotos „Schattenseiten in den Städten“ ausstellen können. Diese Fotografien sind entstanden, als wir uns in anderen Großstädten Deutschlands umgesehen haben, um zu erfahren, wie dort die Obdachlosenproblematik behandelt wird.
 
Unsere Netzwerkpartner wie z. B. die Alimaus und der Kältebus der Alimaus konnten wir mit Sachspenden unterstützen. Das CaFée mit Herz erhält weiterhin die kompletten Geldspenden für den Bildband „ABSEITS – Vom Leben am Rande der Gesellschaft in Hamburgs Mitte“, und viele obdachlose Menschen haben wir finanziell bei der Beschaffung von Ausweisen, Fahrkarten etc. unter die Arme greifen können. Wir haben Schlafsäcke erworben und diese und andere wärmende Sachspenden im vergangenen Winter, aber auch in den letzten Wochen, verteilen können.
 
Eine sehr wichtige Projektarbeit unseres Vereins ist die Ansprache von Schülern und Schülerinnen. In diesem Jahr konnten wir viele Workshops mit Fach-, Berufs- und weiterführenden Schulen, u.a. mit dem Johann Rist Gymnasium und der Ernst-Barlach-Gesamtschule Projekttage durchführen. Dieser Teil unserer Arbeit liegt uns besonders stark am Herzen. Die Schülerinnen und Schüler stehen der komplexen Thematik der Obdachlosigkeit und Armut sehr offen gegenüber und bringen sich neugierig in die Projektarbeit ein. Im Rahmen dieser Arbeiten zeigen wir den Schülerinnen und Schülern, dass gravierende Missstände auch in einem reichen Land wie Deutschland existieren, diesen jedoch mit sozialem Engagement begegnet werden kann. Auf diese Weise erleben sie die Bedeutung von Gesellschaft aus einer neuen Perspektive. Wir glauben, dass eine Erfahrung dieser Art bei jungen Menschen Vorurteile abbaut und ein kritisches Denken fördert.
 
Gemeinsam mit dem FC St. Pauli und einigen Initiativen der Obdachlosenhilfe aus dem Arbeitskreis Armut und Obdachlosigkeit, konnte zum ersten Mal ein Obdachlosenforum generiert werden. Unter dem Motto: St. Pauli sind wir alle lud der FC St. Pauli in den Ballsaal im Millerntor zu einem Tag der Begegnungen ein. Diese zwanglose Atmosphäre fand sehr großen Anklang und es ist angedacht, diesen Tag jährlich zu wiederholen.
 
Sehr glücklich waren wir über die Auszeichnungen, die unser Verein in diesem Jahr erhalten hat. Im April durften wir den MoPo Stadteilpreis 2019 entgegennehmen. Gemeinsam mit der PSD Bank hat die MoPo Hamburg unseren Verein ausgezeichnet und mit einem Preisgeld zur Finanzierung eines Vereinsfahrzeuges unterstützt.
 
Sehr stolz sind wir über die Verleihung des Annemarie-Dose-Preises, der in 2019 erstmalig in Hamburg vom Hamburger Senat vergeben wurde. Wir sind sehr glücklich über diese Würdigung unserer Arbeit.
 
Unsere Veranstaltungsreihe „Hamburger Dialoge zum Thema Obdachlosigkeit“, die wir in 2018 erstmalig durchführten, hatte einen solch großen Anklang gefunden, dass wir uns entschieden haben, diese Reihe in den Wintermonaten wiederholt durchzuführen. Mit je einem Experten aus dem professionellen Hilfesystem berichten wir über unterschiedliche Themenfelder der Obdachlosigkeit und diskutieren mit unseren Gästen.
 
Im Oktober konnten wir unser neues Buch UNTER DEM RADAR – Leben und Helfen im Abseits auf den Markt bringen. Die Buchvorstellung durften wir ebenfalls beim FC St. Pauli durchführen und waren sehr glücklich, dass wir an diesem Abend ca. 300 Gäste begrüßen durften.
Dieses Buch ist in knapp zweijähriger Recherchearbeit unter Mitwirkung der Bürgernahen Beamten der Davidwache entstanden und beinhaltet Interviews von obdachlosen Menschen, aber auch den Menschen, die tagtäglich für obdachlose und bedürfte Menschen im Einsatz sind. Für die Produktionskosten des Buches sind wir von einigen Firmen und der Druckerei Langebartels & Jürgens sowie der Firma IGEPA group sehr großzügig unterstützt worden.
 
Unser größter Erfolg in diesem Jahr ist es, dass wir einen obdachlosen Mann nach einem 30jährigen Leben auf der Straße unter Mitwirkung von professionellen Akteuren der Obdachlosenhilfe zurück ins Regelsystem bringen konnten und er seit vier Wochen in eine eigene Wohnung einziehen konnte.
Vor ein paar Tagen erreichte uns die Nachricht, dass ein weiterer Interviewpartner aus unserem Buch nicht mehr auf der Straße lebt, sondern eine Wohnung und eine Arbeit gefunden hat. DAS sind Ereignisse, die uns zeigen, wie wichtig es ist, „HINZUSEHEN“.
 
Ein ereignisreiches Vereinsjahr neigt sich dem Ende zu. Neue Planungen, Projekte und Kampagnen stehen „vor der Tür“. Jetzt aber möchten wir Ihnen allen erst einmal ein herzliches Danke schön sagen.
 
Danke, für Ihre große moralische und finanzielle Hilfe, für Ihr Engagement sowie Ihr anhaltendes Interesse an unserer Arbeit. Wir hoffen, Sie bleiben auch im kommenden Jahr an unserer Seite.
 
Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie wunderschöne Weihnachten, erholsame Festtage sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2020.
 
Das Team von Leben im Abseits