Ende des Winternotprogramms - Und wieder beginnt für viele Menschen das unwürdige, perspektivenlose Leben auf der Straße

Frühling - der Winter ist vorüber, die Tage werden wieder heller und länger und alle Menschen freuen sich auf das beginnende Frühjahr.
Alle Menschen? Für die meisten wohnungslosen Menschen, die vom 01. November bis 31. März die Quartiere im Winternotprogramm genutzt haben, bedeutet der Beginn des Frühlings, die Nächte wieder auf der Straße zu verbringen und dieses ohne eine wirkliche Aussicht auf baldige Änderung.

 

Das seit bald 25 jahren in Hamburg angebotene Winternotprogramm für Obdachlose ist wieder stark nachgefragt gewesen. Nach Angaben der Sozialbehörde lag die Auslastung von November bis März bei fast 90 Prozent.

In der Zeit vom 01. November bis 31. März bietet die Stadt Hamurg das anonyme und kostenlose Winternotprogramm an, welches die Obdachlosen vor dem Erfrieren schützen soll.

Auch jetzt, nach Ende des Winternotprogramms sind die Tage empfindlich kühl und in den Nächten rutscht das Thermometer nicht selten noch unter den Gefrierpunkt. Obdachlos zu sein, die elementarsten Bedürfnisse auf der Straße erledigen zu müssen, ständig wachsam sein, welche Gefahren drohen könnten und dann noch der Kampf gegen die Kälte. Ein erbarmungswürdiger Zustand für die ca. 2.000 Menschen, die obdachlos in Hamburg leben.

 

Die Sozialbehörde gibt an, dass ca. 245 Menschen aus dem Winternotprogramm in betreutes Wohnen vermittelt werden konnten, 162 Menschen wurden in Notbehelfsunterkünfte wie z. B. dem Pik As untergebracht. Zahlen, die von Erfolg sprechen?

 

Abgesehen davon, dass die Zahl derer, die wieder auf der Straße gelandet sind, viel zu hoch ist, ist es eine Frage der Zeit, wie lange Obdachlose tatsächlich in Notunterkünften, wo Gewalt, Diebstahl, Krankheiten etc. unter den Obdachlosen herrschen, bleiben.

 

Wäre es seitens der Stadt Hamburg nicht höchste Zeit, sozialen Wohnungsbau zu fördern, Einrichtungen zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen, unter fachkundiger Betreuung eine Wiedereingliederung in ein "normales Leben" zu erreichen?

 

In Hamburg gibt es zahlreiche Einrichtungen, die genau dieses tagtäglich versuchen. Diese Einrichtungen und deren zum größten Teil ehrenamtlich engagierte Mitarbeiter, zu denen u. a. Sozialpädagogen und Ärzte gehören, "erledigen" damit die Arbeit, die doch seitens der Stadt zu leisten wäre, oder?

 

Wäre es nicht angebracht, statt die Menschen einfach wieder auf die Straße zu schicken, den Menschen durch gezielte Betreuung und Wohnmöglichkeiten eine Perspektive zu bieten?

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