Hamburgs "sozialer" Weckdienst

Seit dem 22.03.2017 hat die Stadt Hamburg einen Weckdienst für Obdachlose in der Innenstadt gestartet. Aufgrund einer Vielzahl von Beschwerden seitens Geschätfsinhabern und Passanten, die sich allerdings hauptsächlich gegen "Familienverbände aus Bulgarien und Rumänien" richteten, hat die Stadt Hamburg die Testphase eines Weckdienstes für Obdachlose in der Innenstadt vom 22.03. bis 30.04.17 beschlossen.

Dass es sich hierbei nicht um eine Nettigkeit der Stadt Hamburg handelt ist klar. Das Bezirksamt Mitte hat angeordnet, dass zwei Polizisten gemeinsam mit zwei Beamten des Bezirksamtes morgens um 6:30 Uhr durch die Innenstadt Hamburgs gehen, die dort die schlafenden Obdachlosen wecken und sowohl die Papiere der Obdachlosen sowie die Sauberkeit ihrer Platten kontrollieren und sie von ihren Schlafplätzen verweisen.

 

Durch eine Gruppe von ca. 25 Obdachlosen, hauptsächlich aus Rumänien und Bulgarien stammend, ist dieser Weckdienst initiiert worden. Diese Gruppe übernachtete in den Hauseingängen rund um die City-Kaufhäuser Galeria Kaufhof und Saturn an der Mönckebergstraße und hat diese Plätze vermüllt und verunreinigt.

 

Die Obdachlosen, die bereits seit Jahren dort geschlafen haben, waren dort immer geduldet, da sie ihre Platten stets ordentlich hinterlassen und die Schlafplätze vor den Ladenöffnungszeiten geräumt hatten.

 

In Hamburg besteht in der Zeit vom 1. November bis 31. März ein Winternotprogramm. Dort werden Obdachlosen zusätzliche Schlafplätze zur Verfügung gestellt. Osteuropäische Obdachlose werden jedoch oftmals nicht aufgenommen, da sie für diese Anlaufstellen nicht als obdachlos gelten, wenn in ihren Ausweisen eine Heimatadresse angegeben ist.

 

Der Weckdienst in der Hamburger Innenstadt läuft als eine vierwöchige Testphase - danach soll eine Auswertung dieser Maßnahme erfolgen. Die Frage ist jedoch, was am Ende dieser Woche passieren wird, wenn das Winternotprogramm seine Pforten schließt? Was passiert in der Stadt, wenn die derzeit ca. 1.300 vorhandenen Schlafplätze nicht mehr vorhanden sind?

 

Mit Notprogrammen, Weckdiensten, ehrenamtlichen Initiativen und Vereinen kann die Obdachlosenproblematik mit Sicherheit nicht gelöst werden. Hier sind andere Perspektiven und Bemühungen mehr als notwendig, um diesen Menschen aus ihrer deprimierenden Situation heraus zu helfen.

 

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